Ein lebendiges Haus
In allerbester Lage am Strandkai entstanden 113 Genossenschaftswohnungen
Genossenschaftliches Wohnen in prominenter Lage am Strandkai: Der Baukörper setzt einen eigenständigen Akzent an der Wasserfront der HafenCity und formuliert in direkter Nachbarschaft zur Elbphilharmonie eine prägnante stadträumliche Setzung. Jede der 113 Mietwohnungen verfügt über einen windgeschützten, zur Sonne orientierten Freisitz mit unverstellter Sicht über die Norderelbe. Auf der Dachterrasse finden sich großzügige Spielflächen für Kinder und im Innenhof ein geschützter Raum für die Mieter:innen. Anwohner:innen und Besucher:innen profitieren zudem von den öffentlichen Promenadenplätzen mit ihren zahlreichen Kulturangeboten, Restaurants, Sportmöglichkeiten und grünen Oasen.
Das Gebäude von LRW Architektur und Stadtplanung ist ein lebendiges Haus mit starker öffentlicher Präsenz und ein klarer Beitrag zu einer durchmischten und verantwortungsvollen Stadtentwicklung. Im Erdgeschoss ergänzt das Urbaneo als Ort der baukulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche mit interaktiven Ausstellungen, kreativen Werkstätten und offenen Bildungsangeboten das Quartier um eine inklusive, öffentliche Nutzung. Architektur wird nicht als statisches Objekt verstanden, sondern als wandelbare Präsenz im Stadtraum. Die Fassade ist als zweischichtiges System ausgebildet: Eine ruhige Lochfassade bildet die konstruktive Basis, darüber legt sich eine plastisch ausformulierte Ebene aus Erkern und Balkonen. Die äußere Schicht aus Wasserstrich-Ziegeln übersetzt diese Großform in ein fein differenziertes Relief. Der klar gefügte Verband aus Läuferschichten macht die konstruktive Logik ablesbar, während eine subtile, an Fischschuppen erinnernde Textur das Licht bricht und lebendige Schattenbilder erzeugt.
Die Oberfläche wirkt wie ein präzises Abbild der dahinterliegenden Struktur und verleiht dem Gebäude eine bewegte Erscheinung. Feinsilbrige Lichtreflexionen tanzen über die Freisitze, während reflektierende Balkonuntersichten diese Dynamik des Auf und Ab in die Tiefe der Fassade tragen. Die vertikale Typologie reagiert auf Maßstab und Dichte des Standorts und organisiert differenzierte Wohnqualitäten mit Weitblick. Erker und Freisitze sind integrale Bestandteile des Fassadensystems. Trotz der komplexen Rahmenbedingungen eines vom Wasser umgebenen Grundstücks sowie mehrerer Bauherren entstand ein zusammenhängender Baukörper, der soziale, stadträumliche und architektonische Anforderungen vereint und das Projekt zum sozialen Mittelpunkt im Quartier werden lässt.
Fotos:
Felix Trompke
(Published in CUBE Hamburg 02|26)
