Im Geist Des Ortes

Behutsame Sanierung der Nord-Ost-Kirche schafft neue Präsenz und moderne Standards

Die Sanierung des Gebäudes der evangelischen Nord-Ost-Gemeinde in Frankfurt erzählt vom präzisen Weiterbauen am Geist eines Ortes, der seit 1962 das Quartier prägt. Der in die Jahre gekommene Sakralbau der Nachkriegsmoderne war ursprünglich von konstruktiver Strenge und materieller Zurückhaltung geprägt und durch sandsteinrot überstrichene Stützen sowie wohnlich gelbe Wandflächen verfremdet. Mit der feinfühligen Revitalisierung von Kölling Architekten erhielt das Gebäude eine neue räumliche Präsenz – offen, warm und zugleich dem architektonischen Erbe verpflichtet.

Die einst eher geschlossene Eingangsfassade wirkt offen und einladend. Neue Fensteröffnungen, bronzefarbene Profile und ein hinterleuchtetes Stahlkreuz gliedern die großflächige Wand neu. Der warme Grauton der Fassade vermittelt zwischen Betonmoderne und umgebendem Stadtraum, während Turmlamellen aus Streckmetall subtil den Farbklang des Innenraums aufnehmen. Die eigentliche Qualität der Transformation entfaltet sich jedoch im Inneren. Die Architekten reagierten auf die ursprüngliche Kargheit des Raums mit einer präzisen Ergänzung von Farbe, Materialität und Detailtiefe. Vier fein abgestimmte Grüntöne rhythmisieren heute die Wandflächen des Kirchenschiffs und verleihen den konstruktiven Betonpfeilern eine ruhige Plastizität. Das Licht verändert je nach Tageszeit die atmosphärische Wirkung des Raums; die Strenge und raue Materialität der Nachkriegsmoderne weichen einer beinahe meditativen Raumstimmung. Alle Maßnahmen sind zugleich funktional begründet. Das erhöhte und vergrößerte Altarpodest aus massiven Eichenholzdielen setzt einen warmen materiellen Kontrapunkt und schafft mit seitlichen Wandschotten einen räumlich gefassten Bereich. Zugleich bindet es die bestehende Altarmöblierung und Bestuhlung in ein gemeinsames Erscheinungsbild ein. Drei präzise proportionierte weiße Wandscheiben strukturieren die Altarwand neu, verleihen dem Kreuz Präsenz und dienen zugleich als Projek-tionsflächen für Liedtexte und Veranstaltungen.

Der letzte Bauabschnitt widmete sich dem Foyer, das zuvor vor allem eine Durchgangsfunktion erfüllte. Heute fungiert es als „Dritter Ort“ zwischen Stadtraum und Sakralraum – als Treffpunkt, Informationsbereich und Ort informeller Begegnung. Ein neues Portal aus Eichenholz interpretiert die Formensprache der 1960er-Jahre neu und markiert den Übergang in das Kirchenschiff. Integriert wurde zudem ein neuer Eltern-Baby-Raum unter der Empore, der sich offen zum Kirchenraum orientiert. Mobile Kuben dienen als flexible Bücher-, Informations- und Willkommensinseln; maßgefertigte Einbauten schaffen Stauraum und Orientierung, ohne die Offenheit des Raums zu beeinträchtigen. Die natürliche Haptik der Eichenholzoberflächen und die bronzefarbenen Türgriffe setzen gestalterische Akzente, die sich im Altarraum und an der Eingangsfassade fortsetzen.

www.koellingarchitekten.com

Photography:
Moritz Bernoully
www.moritzbernoully.com

(Erschienen in CUBE Frankfurt 02|26)

Architecture:

Kölling Architekten
www.koellingarchitekten.com

Lighting:

Bega
www.bega.com

Peters Design
www.petersleuchten.de

Windows:

Schüco International

www.schueco.com

Hardware:

FSB
www.fsb.de

Türen Innenraum:

neuformtür Hans Glock
www.neuform-tuer.com

Nothing found.

Erlebnis Eis

Eine Eisdiele in der Düsseldorfer City geht mit einem ganzheitlichen Konzept neue Wege

Erweiterung mit Fuge

Ein Wohnhaus im Düsseldorfer Süden öffnet sich durch einen Anbau in den Garten

Räumliche Einheit

Gestaltungskonzept für eine Radiologiepraxis kreiert eine wohnliche Atmosphäre

Denkmal mit viel Potenzial

Transformation des Essener Colosseums in einen modernen und in die Zukunft gerichteten Ort

Nothing found.

Protection and Openness

Exposed concrete walls unite purism, generous proportions, and superior insulation in a contemporary villa.

dittelarchitekten_citizen-counselling-frankfurt-am-main_02_19_700pixels

Where Tradition Meets Modernity

A refined spatial concept that positions the city as a living, multisensory experience.

Living Room 1 – 700 pixels

Grounded Individuality

Reimagining a heritage property: where comfort, rural elegance, and luxury converge

dz_bank_staff_canteen_CF020954_15_700pixels

Experience and Indulgence

A Functional Staff Canteen Redesigned for Comfort and Connection

_MG_4293_View-from-southeast_300dpi_15_700pixels

Interplay of Light

Apartment building in Darmstadt inspired by the modern villa

02_SFA_Sonnemannstrasse_Lisa_Farkas_210926_02_15_700px

Building Forward

New ensemble at the ECB delivers more housing than originally anticipated

wandbehang_nusskumpel_10_700pixel

Craftsmanship at Heart

Ellen Wagner and Axel Rössler specialize in textile screen printing.

The technology remains invisible

New-build project with a focus on biophilic design utilises modular green facades