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Eiswerk: A New Neighbourhood Takes Shape in Mitte
After reunification, Köpenicker Strasse languished in the shadow of the Berlin Wall—save for the legendary clubs that emerged here. Now, after an unexpectedly long wait, the area is finally stirring. One of the latest major developments is the "Eiswerk," a transformation by Graft, a collective of architects. The ice factory—from which the project takes its name—shuttered in 1995 after nearly a century of operation. It once produced ice blocks for refrigerating meat and other perishable goods. With the rise of mechanical refrigeration, the industry faded into obsolescence. For years, preservationists fought to save these listed deep-freeze warehouses, but by 2010, they were partially demolished anyway. The industrial complex was quintessential early 20th-century brick architecture—a relic of Berlin's industrial heyday.
Die Architekten von Graft entwickelten zunächst ein städtebauliches Konzept, das vorsah, einen öffentlichen Durchgang von der Köpenicker Strasse bis zur Spree zu ermöglichen. 2017 erhielten sie den Auftrag, 2022 wurde das umfangreiche Projekt fertiggestellt. Die Aufgabe umfasste die Areal-Revitalisierung, Sanierung, Umnutzung und Erweiterung für Büro, Wohnen und Gewerbe. Der Bestand umfasste eine Bruttogeschossfläche von 9.180 m², durch den Neubau kamen weitere 18.200 m² hinzu. Erster Baustein auf dem Gelände ist das einstige Wohn- und Geschäftshaus an der Köpenicker Straße, das saniert und mit einem neuen Wohngebäude mit Gewerbeeinheiten ergänzt wurde. Hier befindet auch auch der Zugang zum Gelände mit einem abgestuften Eingangsportal. Spreeseitig wurde ein viergeschossiges Geschäfts- und Bürogebäude errichtet. Seine einzelnen Etagen sind versetzt gegeneinander, mit Auskragungen wie Tranchen, übereinander angeordnet. Das ehemalige Kühlhaus wurde entkernt und ebenfalls zu Büroräumen umgebaut. Heute ist es ein Co-Working-Place. Das ganze Ensemble mit seinem jetzigen Namen „Eiswerk“ wurde so zu einem neuen Quartier. Alle Gebäude sind durch einen Vorplatz im Erdgeschossbereich zusammengefasst.
Ein geplanter Weg an der Spree entlang ist bislang nicht realisiert worden. Dies wäre der perfekte Abschluss des Areals. Möglich wären auch Anlegestellen, sodass man auf dem Wasserweg hier anlanden könnte. Nach und nach wird das Quartier wachsen. Einen Nachbarn gibt es schon: Zu den Ersten, die sich hier ansiedelten, zählt das benachbarte DAZ (Deutsches Architektur Zentrum), ein wenig versteckt im Hinterhof.
Photography Credits:
Noam Rosenthal/Trockland
www.trockland.com
Ana Barros
www.anabarros.studio
(Published in CUBE Berlin 02|23)
