Geschmeidiger Kiesel

Das neue Hallenbad „Rheinblick 741“ in Heerdt verbindet Badevergnügen mit weiteren Nutzungen

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Zwischen Sportplätzen, einer Hochstraßenkreuzung und dem Rheindeich liegt das neue Hallenschwimmbad „Rheinblick 741“, welches das frühere Gartenschwimmbad an der Lütticher Straße in Oberkassel ersetzt. Von dem Münchener Architekturbüro studioGA wurde es in der Form eines polygonalen Kieselsteins entworfen – ein Baukörper, der sich wie ein Flusskiesel an den komplexen Ort geschmeidig anpasst. Ausgeführt ist der kompakte, nur rheinseitig zurückspringende Baukörper mit einer Fassade aus Aluminiumelementen – nach Süden geöffnet über eine großflächige Glasfront, zu den drei anderen Seiten gegliedert durch horizontale Fensterbänder. Kontrastierend dazu wirkt das Erdgeschoss als Backsteinsockel.

Multifunktionalität spielt eine wichtige Rolle in der Konzeption des neuen Schwimmbades. Eine optimale, sowohl ausreichend flexible als auch effektive Nutzung war ein wichtiges Thema – auch über die eigentlichen Wasserflächen hinausgehend. Das auf einem Untergeschoss früherer Bunker errichtete Gebäude gliedert sich in drei Bereiche: An den erdgeschossigen Eingangsbereich gliedern sich nicht allein die Umkleiden mit den Schließfächern, sondern auch die Räumlichkeiten für eine Physiotherapiepraxis sowie einen Gymnastikraum, der von externen Vereinen genutzt wird. Auf der für 300 Personen ausgelegten Badeetage im 1. Obergeschoss befindet sich das 25-Meter-Becken mit Sprunganlage, welches sich über die großflächige Glasfassade und einem hohen Luftraum etagenübergreifend öffnet – mit Rheinblick. Räumlich separiert liegt ein Lehrschwimm- und Kursbecken mit Hubboden. Akustisch und thermisch getrennt kann hier auch lauteres Aquajogging den umliegenden Badebetrieb nicht stören. Hinzu kommen ein Kinderplanschbecken und ein Warmwasserbecken. Immer wieder taucht bei den Interieurs dabei die Farbe Lila auf, wie sie auch bei Kieselsteinen auftritt, wenn sie aufgeschlagen werden. Moderne Büroräume für die Bezirksverwaltungsstelle und ein angeschlossener Veranstaltungssaal für Tagungen, Sitzungen und Versammlungen für bis zu 200 Personen auf dem 2. Obergeschoss unterstreichen zusätzlich den Mixed-Use-Charakter des Gebäudes. Von hier aus wird auch die in den Baukörper eingeschnittene Dachterrasse mit Außengastronomie und Ausblick auf die Rheinschleife erreicht, die über eine Treppe auch vom Deich her zugänglich ist. Für die Planung wurden Fachplaner für eine barrierefreie Architektur hinzugezogen. So sind alle Zugänge und Räumlichkeiten, die Sanitäranlagen sowie die Umkleiden rollstuhl- und kinderwagengerecht ausgelegt. Auch wurde bei der Planung auf eine gute Verkehrsanbindung geachtet. Das Schwimmbad ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Fahrrad gut erreichbar. Für Autos stehen 131 Parkflächen zur Verfügung; es gibt Stellflächen für Fahrräder und besondere Haltebereiche für Schulbusse, die einen sicheren Ein- und Ausstieg gewährleisten sollen. Um auch die Stellplatzanlage multifunktional zu nutzen, wurde darüber das Fußballtrainingsfeld für D-Jugend-Mannschaften angeordnet.

www.studioga.de
www.baeder-duesseldorf.de

Fotos:
Bädergesellschaft Düsseldorf

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 04|21)

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