Lernen im Wald

Baum. Wald. Klima. – Eine interaktive Ausstellung im Grunewald

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Türkisfarbene Bäume? Orangefarbene Boxen mitten im Wald? Was zunächst irritiert, entpuppt sich als ein lehrsamer Waldspazierpfad. Er wurde im Anschluss an die Internationale Gartenausstellung in Berlin im Grunewald angelegt. Die Absicht der Initiatoren ist es, durch diesen 4 km langen Lehrpfad mit dem Titel „Wald. Berlin. Klima.“ Aufklärung über den Zusammenhang und die Bedeutung vom Zustand des Waldes für die Großstadt zu liefern.

Der Pfad beginnt am Grunewaldturm am Ende der Havelchaussee. Hier gibt es einen Platz, der als Veranstaltungsort genutzt werden kann. Entlang des Rundweges verteilen sich elf Informationsinseln, auf denen in einfacher Sprache für jedermann verständlich ein Thema pro Station erklärt wird. Für vertiefende wissenschaftliche Informationen findet man auf den Tafeln einen QR-Code. Abwechslung schaffen Aussichtsplattformen, Holzstege oder Sonderinstallationen. Der Weg wurde so ausgewählt, dass ein Querschnitt durch die ganze Vielfalt des Waldes erlebbar ist: Wasserflächen, Moore und die Bandbreite der Vegetation. Die gesamte Anlage des Weges, die Bauten, die Informationsinseln, die Brücken, die Hochsitze wurden von den Landschaftsarchitekten hochC gefertigt und angelegt. Die genaue und liebevoll bis ins Detail ausgeführte Anlage spricht für die Belegschaft des Büros hochC. Die Ausstellung im Grünen ist eines der Referenzobjekte der Berliner Strategie Stadtlandschaft. Langfristig geht es darum, die fast ausschließliche Bepflanzung des Grunewaldes mit Kiefern bis 2050 in einen naturnahen, standortgerechten Mischwald zu verwandeln. Mischwälder tragen im Zuge des zunehmenden Klimawandels dazu bei, mehr CO₂ zu speichern. Zudem erreicht außerhalb der Vegetationszeit unter Laubbäumen mehr Niederschlag den Boden, was dem Grundwasser zugutekommt und wodurch der Wasserhaushalt in der Stadt verbessert wird, zumal Berlin sein Trinkwasser aus dem Grundwasser gewinnt. Somit hat sich auch das Berufsbild der Förster geändert. Sie sind verantwortlich für den Waldumbau.

All das und mehr können die Besucher teilweise auch in interaktiven Installationen erfahren und als neues Wissen mit nach Hause nehmen. Oder man hört einem Gespräch verschiedener Bäume zu: Eine Eiche, eine Kiefer und eine Birke unterhalten sich über Ökosysteme. Ein weiteres Beispiel einer Lernstation ist eine Insel mit Alt- und Totholz, wo man erfährt, dass es eine Quelle für neues Lebens ist. Ein wunderschön angelegter Spazierweg, der jede Menge Input vermittelt und Anregungen gibt, welchen Beitrag zum Klimaschutz jeder selbst leisten kann. 

www.hochc.de

Fotos:

Philip Winkelmeier

(Erschienen in CUBE Berlin 01|22)

 

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