WOW – OH – PUH – AAHHH

Das „Werk 12“, ein quaderförmiger, fünfstöckiger Bau für flexible Nutzung ist derzeit bereits als bunte Gewerbenutzung in Betrieb gegangen.

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Erst Pfanni-Gelände, dann Kunstpark-Ost, nun Werksviertel – das Areal hinter dem Ostbahnhof weist eine sehr wechselvolle Geschichte auf. Einer ständigen Verwandlung unterworfen mausert es sich vom Industriegelände zum städtischen Kultur-Repräsentationsort: Hier wird nicht nur der neue Konzertsaal entstehen, sondern auch einige andere Kulturbauten nehmen allmählich Gestalt an. Zuletzt wurde im Herbst 2019 das „Werk 12“ als Kooperation des Münchner Büros N-V-O Architekten und MVRDV aus Rotterdam realisiert. Ein quaderförmiger, fünfstöckiger Bau für flexible Nutzung ist derzeit bereits als bunte Gewerbenutzung in Betrieb gegangen. Wer die Geschichte des weltberühmten Büros aus Holland, MVRDV, kennt, wird eine vage Ähnlichkeit mit einem der ikonischen Gebäude aus deren Feder erkennen: So oder so ähnlich sah bereits der holländische Pavillon von MVRDV auf dem Expo Gelände in Hannover 2000 aus, mit seinen charakteristischen außenliegenden Treppen und den extrem hohen Geschossen. Der Zweck des Pavillons war natürlich ein ganz anderer, hatte er doch die Aufgabe, ein Land zu repräsentieren. Aber hier – 20 Jahre später – lockert dieser Bau die Werksviertel-Mitte durch sein optisches Erscheinungsbild extrem auf. Ein Kunstwerk der Münchner Christian Engelmann und Beate Engl ziert die Fassade mit ihren 5,5 m hohen Comic-Lettern. Sie sind dem eingedeutschten Wortlaut von Disney-Comics entlehnt: Ein AAHHH, ein OH, ein PUH oder ein WOW beleuchten die Fassade in unterschiedlichen Farben.

Das äußere Erscheinungsbild hebt sich wohltuend von anderen Gebäuden ab. Auf 7.700 m² verteilen sich folgende Nutzungen: Im Erdgeschoss befinden sich Restaurants und Bars, in den drei darüber liegenden Stockwerken residiert ein Fitnessstudio – wobei eine Etage von einem großzügigen Schwimmbecken belegt ist. Darüber, im obersten Geschoss, hat Audi Business Innovation seine Büros. Das quadratische Gebäude hat geschosshohe Glasfassaden und ist von 3,25 m breiten Terrassen umgeben, die durch Freitreppen verbunden sind. Die Flexibilität des Gebäudes ist Programm. Durch die Höhe der Etagen können nutzungsspezifisch angepasste Galerieebenen eingebaut werden. Das macht das Gebäude zu einem zeitgemäßen, wandelbaren Hybrid-Bauwerk. Und wie es für MVRDV typisch ist, verkörpert es eine gewisse Unkonventionalität – verstärkt durch die „twinkle in the eye“-Gestaltung der Fassade. Comic-Seufzen, Stöhnen, Staunen, Jubeln – was braucht es noch, um dem Betrachter ein Schmunzeln zu entlocken?

Nachtrag

Das Deutsche Architekturmuseum hat den DAM Preis 2021 an das WERK12 von MVRDV verliehen, ein Gebäude mit Mischnutzung, das den Mittelpunkt im Münchner Werksviertel-Mitte bildet. Als Preisträger ist das WERK12 das Highlight der DAM Preis-Ausstellung, die, sobald es die COVID-19 Beschränkungen zulassen, eröffnet wird, und titelt das Deutsche Architektur Jahrbuch 2021.
Der DAM Preis für Architektur in Deutschland ist der renommierteste Architekturpreis in Deutschland. Seit 2007 vergibt das Deutsche Architekturmuseum den Preis jährlich für den besten Neubau in Deutschland. Jedes Jahr wählt das Museum eine Liste von 100 Nominierten aus, die eine Jury aus Architekten, Kritikern und anderen Experten in mehreren Runden auswählt, um schließlich einen Gewinner zu küren.

www.mvrdv.com
www.n-v-o.com

Fotos:

Ossip van Duivenbode
www.ossip.nl

(Erschienen in CUBE München 04|20)

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