Salon for him and her

Ein auf Haarsysteme spezialisierter Friseur im Medienhafen bietet zwei Welten

OC-Men-01_15_700pixel

En détail geplante Innenarchitektur ist oft aufwendig und kostspielig. Was passiert aber, wenn die Kunden nur ein minimales Budget zur Verfügung haben? Wenn der Entwurf ausdrucksstark, hochwertig und individuell sein soll, keine Aussicht aber auf Erweiterung des Budgets besteht? Genau mit dieser Herausforderung sah sich das Düsseldorfer Architektur- und Innenarchitekturbüro Merakitects konfrontiert, als es um die Gestaltung eines Friseursalons ging. Drei junge Männer haben sich Anfang 2020 zusammengeschlossen und verfolgen mit ihrem Unternehmen O.C. Hairsystems seitdem gemeinsam das Ziel, von Haarausfall betroffenen Frauen und Männern mit ihren Perücken und Haarsystemen zurück zu altem Selbstbewusstsein und Wohlbefinden zu verhelfen. Sie möchten, dass ihre Kund:innen jeden Morgen voller Zufriedenheit in den Spiegel schauen können und ihr äußeres Erscheinungsbild sie von keinerlei beruflichen oder privaten Zielen abhält. Sowohl bei genetischem als auch krankheitsbedingtem Haarausfall verlassen ihre Kund:innen den Friseursalon wieder mit vollem Haar und voller Stolz. Dabei differenziert sich das Kundenspektrum in zwei elementare Gruppen: Kommen die männlichen Kunden überwiegend aus Lifestyle-Gründen, besteht der Hauptteil der Kundinnen aus Krebspatientinnen. Diese Unternehmensphilosophie unterstützt die Innenarchitektur durch eine ausdrucksstarke Gestaltung und gezielte räumliche Definition. Ästhetik, Lifestyle, Diskretion und Funktion wurden dabei zu einem übergreifenden Raumkonzept zusammengefasst: Der Friseursalon ist in zwei voneinander unabhängige Einheiten unterteilt – einen Salon für Kunden und einen separaten für Kundinnen. Die Schnittstelle bilden der Mitarbeiterraum und die Sanitärbereiche. Da die Einheiten unterschiedlichen räumlichen sowie nutzerbedingten Anforderungen unterliegen, wurde die formale Gestaltung grundlegend differenziert – sowohl in Material- und Produktauswahl, Farb- und Lichtkonzept als auch bei der Konstruktion und Fügung der Möbel und Ausbauten sowie den technischen Ausstattungen. Während der „Salon for Him“ mit einem offenen Loftcharakter überzeugt, ähnelt der „Salon for Her“ einer Praxis mit geschlossenen Behandlungszimmern – was zum einen durch die Vorgaben des Gesundheitsamtes bestimmt ist, zum anderen dem Wohlbefinden der Kundinnen dienen soll. Bei der Materialauswahl wurde auf Nachhaltigkeit gesetzt. Alle Festeinbauten sind aus Holzwerkstoffen wie MDF und Spannplatte gefertigt worden, wobei das vollständige Plattenmaß ausgenutzt wurde und die Reststücke für kleine Details wie Schubladenelemente und Einlegeböden Verwendung fanden. Abgerundet wird der Entwurf durch die gezielte Platzierung der Deckenleuchten, Lichtbänder in den Spiegeln und der Produktausstellung, Strom­anschlüsse in den Stummen Dienern und weitere feine Details in den einheitlichen Möbeln. Durch ihre detailreiche Planung bietet die Innenarchitektur in beiden Einheiten eine Atmosphäre zum Wohlfühlen – sowohl „for him“ als auch „for her“.

www.merakitects.studio

Fotos:

Jan Kaiser
www.jankaiser.eu

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 04|22)

Nothing found.

Zirkulär und nachhaltig

Arbeiten, Feiern und Urlaub machen im Holzbau-Quartier an der Ostsee

Schönheit am Hang

Ein Einfamilienhaus spielt mit der Topografie des Geländes

Reduktion als Prinzip

Die architektonischen Ideen hinter dem Entwurf des neuen Geberit-Campus

Heimat und Haltung

Reduziertes Hausensemble bietet Raum für zwei Familien

Nothing found.

Gemeinsam-Essen_15_700pixel

Zeitlos und funktional

Andrea Körmer setzt bei ihren Entwürfen auf eine klare Formensprache

3288_44_DS_15_700pixel

Autofrei und am Wasser

Das neue Wohnquartier „Vierzig549“ in Heerdt schreitet weiter voran

Skulpturales Wechselspiel

Ein Einfamilienhaus mit viel Privatsphäre bietet Ausblicke in die Landschaft

DSC09400_42_700pixel

Unvermuteter Umbau

Ein altes Wohnhaus in Gerresheim erneuert sich von Innen

H-51790_Aus_15

Zwillinge auf den zweiten Blick

Ein neues Gästehaus bildet ein harmonisches Ensemble mit der Textilakademie NRW

D-Vierzig549-020_15_700pixel

Wechselspiel der Farben

Ein Wohnquartier in Heerdt wird durch seine Fassadengestaltung aufgelockert und klar adressiert

Tanja-Gross_Architektur_210604_005_15_700pixel

Vergrößert und verschönert

Umbau und Erweiterung eines Wohnhauses aus den 1950er-Jahren

Terrasse_1295_4c_19_700pixel

Tradition mit Kräutern

Das Byliny in Bilk bietet Klassiker der bürgerlichen Küche mit saisonalem Twist