Salon for him and her

Ein auf Haarsysteme spezialisierter Friseur im Medienhafen bietet zwei Welten

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En détail geplante Innenarchitektur ist oft aufwendig und kostspielig. Was passiert aber, wenn die Kunden nur ein minimales Budget zur Verfügung haben? Wenn der Entwurf ausdrucksstark, hochwertig und individuell sein soll, keine Aussicht aber auf Erweiterung des Budgets besteht? Genau mit dieser Herausforderung sah sich das Düsseldorfer Architektur- und Innenarchitekturbüro Merakitects konfrontiert, als es um die Gestaltung eines Friseursalons ging. Drei junge Männer haben sich Anfang 2020 zusammengeschlossen und verfolgen mit ihrem Unternehmen O.C. Hairsystems seitdem gemeinsam das Ziel, von Haarausfall betroffenen Frauen und Männern mit ihren Perücken und Haarsystemen zurück zu altem Selbstbewusstsein und Wohlbefinden zu verhelfen. Sie möchten, dass ihre Kund:innen jeden Morgen voller Zufriedenheit in den Spiegel schauen können und ihr äußeres Erscheinungsbild sie von keinerlei beruflichen oder privaten Zielen abhält. Sowohl bei genetischem als auch krankheitsbedingtem Haarausfall verlassen ihre Kund:innen den Friseursalon wieder mit vollem Haar und voller Stolz. Dabei differenziert sich das Kundenspektrum in zwei elementare Gruppen: Kommen die männlichen Kunden überwiegend aus Lifestyle-Gründen, besteht der Hauptteil der Kundinnen aus Krebspatientinnen. Diese Unternehmensphilosophie unterstützt die Innenarchitektur durch eine ausdrucksstarke Gestaltung und gezielte räumliche Definition. Ästhetik, Lifestyle, Diskretion und Funktion wurden dabei zu einem übergreifenden Raumkonzept zusammengefasst: Der Friseursalon ist in zwei voneinander unabhängige Einheiten unterteilt – einen Salon für Kunden und einen separaten für Kundinnen. Die Schnittstelle bilden der Mitarbeiterraum und die Sanitärbereiche. Da die Einheiten unterschiedlichen räumlichen sowie nutzerbedingten Anforderungen unterliegen, wurde die formale Gestaltung grundlegend differenziert – sowohl in Material- und Produktauswahl, Farb- und Lichtkonzept als auch bei der Konstruktion und Fügung der Möbel und Ausbauten sowie den technischen Ausstattungen. Während der „Salon for Him“ mit einem offenen Loftcharakter überzeugt, ähnelt der „Salon for Her“ einer Praxis mit geschlossenen Behandlungszimmern – was zum einen durch die Vorgaben des Gesundheitsamtes bestimmt ist, zum anderen dem Wohlbefinden der Kundinnen dienen soll. Bei der Materialauswahl wurde auf Nachhaltigkeit gesetzt. Alle Festeinbauten sind aus Holzwerkstoffen wie MDF und Spannplatte gefertigt worden, wobei das vollständige Plattenmaß ausgenutzt wurde und die Reststücke für kleine Details wie Schubladenelemente und Einlegeböden Verwendung fanden. Abgerundet wird der Entwurf durch die gezielte Platzierung der Deckenleuchten, Lichtbänder in den Spiegeln und der Produktausstellung, Strom­anschlüsse in den Stummen Dienern und weitere feine Details in den einheitlichen Möbeln. Durch ihre detailreiche Planung bietet die Innenarchitektur in beiden Einheiten eine Atmosphäre zum Wohlfühlen – sowohl „for him“ als auch „for her“.

www.merakitects.studio

Fotos:

Jan Kaiser
www.jankaiser.eu

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 04|22)

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