Im Bestand geborgen

Die Rheinkirche in Duisburg-Homberg wurde in ein Kolumbarium transformiert

Kolumbarium-Innenraum-c-KU-SSDENFROSCH_15_700pixel

Malerisch inmitten der Rheinauenlandschaft liegt die Rheinkirche im Duisburger Stadtteil Homberg. Der 1898 errichtete Kirchenbau wurde das letzte Mal 2016 für den Gottesdienst genutzt. Die Düsseldorfer Küssdenfrosch Häuserwachküssgesellschaft erwarb das denkmalgeschützte Bauwerk vor einigen Jahren und transformierte es in Deutschlands erstes privat betriebenes, freies Kolumbarium. Entstanden ist ein öffentlich zugänglicher Ort, der sowohl der Einkehr wie auch der Begegnung dient.

Im Freien Kolumbarium Rheinkirche gehen kirchliche Tradition, moderne Bestattungskultur und die Architektur eine sinnstiftende Verbindung ein. Als Antwort auf die Individualisierung der Gesellschaft und den Wandel der Bestattungskultur präsentiert sich das Kolumbarium weltoffen, frei und lebensnah: Ungeachtet von Religion oder Weltanschauung ist jeder willkommen und kann hier seine letzte Ruhestätte finden. Dabei war von Anbeginn klar, dass der beeindruckende neogotische Kirchenbau von seiner geschichtsträchtigen Seele und seinem Charme bei der Umwidmung nichts verlieren durfte. Zugleich sollte für den Gedenkort eine Atmosphäre geschaffen werden, die die BesucherInnen warm und würdevoll umschließt. Herzstück des Kolumbariums ist ein an der Hauptachse des Kirchenschiffes ausgerichtetes, neun Meter hohes Gestell, das mit Bezug zur historischen Holzdecke in Eichenholz ausgeführt wurde. Dieses Raumgestell nimmt insgesamt rund 6.000 Urnenfächer auf, wurde aber besonders filigran und luftig gehalten, sodass sich die helle Tageslichtsituation und die räumliche Komposition der Kirche weiterhin erleben lassen. Die in den oberen Bereichen des Raumgestells integrierten Kubusleuchten wurden in Farben ausgewählt, die mit der Gestaltung der Kirchenfenster korrespondieren. Die Anordnung der Stelen erschafft zugleich acht nach oben geöffnete Kabinette, die den Trauernden als Rückzugsräume für das individuelle Gedenken zur Verfügung stehen. Weitere herausgehobene Gedenkbereiche ergeben sich in den früheren Seitenkapellen. Ob auf Augenhöhe mit den Besuchern, in den höheren Sphären des Raumregals oder in einem Gemeinschaftsbereich auf den Emporen – der genaue Standort des Urnenfaches ist ebenso wie die Ausgestaltung der Kammerfront frei wählbar. Diese kann in Messing, Steinoptik oder sogar in einer transluzenten Ausführung gewählt werden. So vielfältig wie die Beisetzungsmöglichkeiten sind auch die technischen Möglichkeiten vor Ort – sowohl Ton- und Lichttechnik als auch die Möglichkeit zu einer virtuellen Videoübertragung ermöglichen zeitgemäße Trauerfeierlichkeiten an einem architektonisch aufgeladenen Ort. Mit der Umwidmung konnte die Rheinkirche aber auch für die Ortsgemeinschaft erhalten werden: Als gewachsener, ortsbildprägender Mittelpunkt ist das Kolumbarium öffentlich zugänglich – genauso wie der frühere Kirchgarten, der zu einem besinnlichen „Garten der Gedanken“ umgestaltet wurde.  

www.kolumbarium-rheinkirche.de
www.kuessdenfrosch.haus

Fotos:

Wolfgang Flamisch
www.flamisch.com

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 02|22)

Nothing found.

Die Bienen

Haushaltsauflösung & Entrümpelung

Ein klares Statement

Test- und Innovationszentrum für den Motorsport mit aerodynamischer Architektur

Haus mit zwei Gesichtern

Drei schmale Satteldächer prägen ein Doppelhaus für zwei Parteien

Zwischen Produktion und Pause

Die neue Kantine auf dem HAKRO Campus

Nothing found.

Wie am ersten Tag

Die Fassade der Hauptpost in Essen erstrahlt nach der Sanierung in neuem Glanz

AOK-Rheinland-Hamburg_Gesch_ftsstelle-Duisburg-Hamborn_-c-kplus-konzept_1_15_700pixel

Begegnungen auf Augenhöhe

Eine Versicherung spiegelt ihre Philosophie auch in ihrem Neubau wider

Aussenansicht_02_15_700pixelYtRVs284aNnjW

Viel Raum und Licht gewonnen

Ein altes Zechenhaus im Essener Süden erhält durch einen Anbau einen modernen Charakter

DJI_0490_bea_19_700pixel7wP6yeE2MyTKe

Miteinander der Generationen

Lebensbejahende Architektur in einer zukunftsgerichteten Siedlung in Herne

Keiner hat’s gemerkt

Ein Einfamilienhaus aus den 1950er-Jahren in Bochum wurde behutsam renoviert

01_15_700pixeln4jk604j8SC1J

Übergang wird zum Eyecatcher

Eine verglaste Brücke verbindet den Neubau eines Firmensitzes mit dem Bestandsbau

08_HQE_Whg_OG13_Typ_B_cam01_19_700pixel

Huyssen Quartier Essen

Urbanes Wohnen, Arbeiten & Erholen an historischer Prachtallee

Fritz-Reuter-Strasse_13403_15_700pixel

Miteinander der Generationen

Lebensbejahende Architektur in einer zukunftsgerichteten Siedlung in Herne