Ein genialer Bauplastiker

Der Architekt Gottfried Böhm wird 100 Jahre alt

DAM_Boehm100_Neviges_Nonnenwallfahrt_von_der_Ropp_15_700pixel

Es gibt sie, die Architekten mit dem langen Atem. Der Architekt Gottfried Böhm ist am 23. Januar 2020 ein ganzes Jahrhundert alt geworden. Es heißt, er ginge noch heute jeden Tag in das Büro in Köln-Marienburg, das sein Vater Dominikus Böhm in den 1920er-Jahren erbaute und welches er sich heute mit seinen beiden Söhnen Peter und Paul teilt. Die Bauten, die Gottfried Böhm seit der Nachkriegszeit – zunächst im Büro des Vaters, schnell aber auch im eigenen – entwarf, sind überwiegend geprägt durch ihre expressive plastische Formensprache. Durch das Doppelstudium von Architektur und Plastik, das er an der TU München in und nach den Kriegsjahren absolvierte, war diese Ausprägung der Architektur nur konsequent.

Der erste eigenständige Bau Gottfried Böhms war die Kapelle „Madonna in den Trümmern“ inmitten des kriegszerstörten Kölner St. Kolumba im Jahr 1947. Darauf folgten allein in den 1950er-Jahren mehr als drei Dutzend weitere Kirchenbauten, die im Nachkriegsdeutschland – zumal im Rheinland – zu einem einzigartigen Experimentierfeld für die moderne Architektur wurden. Gottfried Böhm stieg so mehr und mehr in die Fußstapfen seines Vaters, der seinerseits seit den 1920er-Jahren ein herausragender Kirchenbauarchitekt war. Auch international bekannt wurde Böhm mit seinem Entwurf für die Marien-Wallfahrtskirche auf dem Hardenberg in Neviges bei Velbert. Der als stadtkronenartiges Faltengebirge konzipierte Betonbau ist mit seinem höhlenartig-mystischen und doch sehr nahbaren Innenraum der Höhepunkt einer langjährigen kreativen Formenrecherche, wie das Deutsche Architekturmuseum derzeit in Frankfurt am Main in einer Ausstellung zeigt. Mit dem Ende des großen Nachkriegs-Kirchenbaubooms der 1960er-Jahre, zu dem Böhm mehr als 60 Sakralräume beigetragen hat, beginnt der Architekt sich vermehrt auch anderen Bauaufgaben zuzuwenden. Herausragend ist seine etwas postmodern anmutende, von einem riesigen gläsernen Atrium zusammengehaltene Hauptzentrale der Baufirma Züblin in Stuttgart. In einem Gutachten entwickelt er in den 1980er-Jahren erstmals die Idee zur Wiederherstellung der Kuppel für den Berliner Reichstag, die später in den Wettbewerb um den Bundestag einfließen sollte. Bereits 1986 hatte der Architekt, der lange Jahre Professor in Aachen war, als erster Deutscher den renommierten Pritzkerpreis verliehen bekommen. Nach der Jahrtausendwende gesellten sich weitere markante Bauten zu seinem Œuvre, sei es das Hans-Otto-Theater in Potsdam oder die Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld. Um ein Jahrhundert Gottfried Böhm gebührend zu feiern, wird übrigens das ganze Jahr über gefeiert: Böhm100 ist ein Netzwerk mit Ausstellungen, Vorträgen, Führungen und Podiumsdiskussionen, das die anhaltende Relevanz des Werkes von Gottfried Böhm unterstreicht.

www.boehm100.de

(Erschienen im CUBE Magazin 01|20)

Nothing found.

Harmonie mit Liebe zum Detail

Farbkonzepte und Kunstobjekte für ansprechende Praxisräume in Moabit

Wohnraum durch Wandel

Verblüffende Metamorphose – vom „Diskreten Haus“ zum mehrgeschossigen Wohnhaus

Nachhaltig mit Konsequenz

Ein Klimaunternehmen setzt auf Flexibilität und wiederverwendbare Materialien

Hanseatische Identität in gebranntem Ton

Die Renaissance der Klinkerarchitektur

Nothing found.

_SCH8542_HighRes_AdobeRGB_19_700pixel

Mäander mit Dachkantine

Ein Armaturenhersteller verknüpft Büros, Showroom und Lager in seiner Deutschland-Zentrale

Bildausschnitt-vera-ndern-Asphalt-und-Himmel-anpassen-_FRD4560_15_700pixel

Mittendrin in Ehrenfeld

Ein früheres Industrieareal wird in ein offenes und grünes Wohnquartier transformiert

merTens_tomra_2019_53_15_700pixel

Macht Lust auf Arbeit

Farbenfroher Workplace im stylischen Gewand

Subtiles Fassadenspiel

Ein neues Büro- und Geschäftshaus am Joachim-Erwin-Platz ist transparent und plastisch zugleich

Rathaus-Ratingen_Schwier_19_700pixel

Transparent und respektvoll

Der Neubau des Rathauses in Ratingen bindet den historischen Bestand behutsam und nachhaltig mit ein

Plastisch gefügtes Ensemble

In Gerresheim verbindet eine genossenschaftliche Wohnbebauung Qualität mit Bezahlbarkeit

Leise weitergebaut

Zwei Doppelhaushälften werden zu einem Einfamilienhaus zusammengefasst

Unsichtbare Metamorphose

Ein Bungalow im Hahnwald wird zum großzügigen Familiendomizil mit Gartenausblick