Garten der kurzen Wege

Moderne Gartenarchitektur trifft auf traditionelle Baukultur

D19-D16-Bode-Hofmann-Timm-15_15_700pixel

Was für eine Überraschung! Kaum hat man das Grundstück betreten, steht man fast schon im wohnlichen Gartenbereich. Der Grund: Auf diesem Areal geht es etwas eng zu, hier überschneiden sich verschiedene Funktionen. Als die Villa vor nahezu 150 Jahren gebaut wurde, sahen die Grundstücksverhältnisse noch anders aus. Der damalige Besitzer war Landschaftsgärtner und verfügte hinter dem Gebäude über ein langgestrecktes Grundstück. Seitdem haben die Eigentümer verschiedentlich gewechselt, zu Zeiten der DDR ging hier der KGB ein und aus. 1994, nachdem die Sowjets abgezogen waren, entstand neues Leben in Potsdam. Die heutigen Besitzer verliebten sich vor sechs Jahren in dieses besondere Ambiente, in dem nun jedoch lediglich der Bereich zwischen Haus und Straße als Garten benutzt werden konnte. Der Pkw-Stellplatz liegt hinter dem Gebäude mit dem eigentlichen Hauseingang. Diese Einschränkung musste in Kauf genommen werden, weil die Lage der Immobilie für die fünfköpfige Familie optimal war. „Ich wünsche mir aber einen schönen, neugestalteten Garten“, war die dringende Bitte der neuen Hausherrin.

Kurz entschlossen wurde Landschaftsarchitekt Ulrich Timm beauftragt, einen Masterplan anzufertigen, um die Möglichkeiten des Grundstücks auszuloten. Die zur Verfügung stehende Fläche beträgt kaum mehr als 10 x 10 m. Gewünscht wurde eine große Terrassenfläche, die Anlage eines Sandsteinbrunnens, wie man ihn noch heute in älteren Potsdamer Gärten vorfindet, – und Geborgenheit. Zum Bestand zählten eine dominante Eibe (Taxus baccata) als Solitärbaum sowie eine Ligusterhecke an der Straßenseite und dem benachbarten Gelände, die vor Einblick schützt. Der Hausherr legte Wert darauf, dass seine selbstgezogenen Bonsai-Bäume einen guten Standort erhalten, an dem sie in Ruhe betrachtet werden können. Der neugestaltete Garten sollte moderne Züge tragen, aber auch das Traditionelle der Architektursprache aufnehmen. Die Fassade der alten Villa hat bis heute eine eindeutige Botschaft: Kluge Eleganz und gut gesetztes Dekor, um dem Bau ein unverwechselbares Aussehen zu verleihen. Eine elegante Treppe, die von der Terrasse auf der Beletage in den Vorgarten führt und nun von cremefarbenen Blütenbällen der Hortensien „Annabelle“ umspielt wird, mündet in den Eingangsbereich, der auch als Einfahrt genutzt wird. Um die Toreinfahrt von dem Wohngarten zu trennen, wurde die vorhandene Pflasterung in elliptischer Form teilweise aufgenommen, wodurch Platz für eine doppelreihige Hecke frei wurde. Diese wurde in eleganter Bogenform angeordnet: eine höhere Weißbuchenhecke (Carpinus betulus) und auf der Innenseite eine ein Meter hohe Eibenhecke (Taxus baccata). So ergab sich nicht nur eine gute Trennung von Eingang und privatem Wohngarten, es entstand auch der ideale Platz für den Brunnen aus Schlesischem Sandstein.

Das Zentrum bildet die 4,50 x 4,50 m große Terrasse aus belgischem Blaustein mit seinem angenehmen Farbton. Hier ist Platz für die große Familienrunde, den Grill und auch die Bonsai-Schmuckstücke. Um in dem kleinen Garten Geborgenheit und eine schöne Raumbildung entstehen zu lassen, wurden vor der Sichtschutzhecke hochstämmige Hainbuchen-Kastenformen ergänzt. Im Sommer sind zwei große Oleander-Kübelpflanzen ein toller Blickfang. Damit Zeit genug fürs Genießen bleibt, wurde reichlich Technik eingesetzt. Ein Mähroboter hält den Rasen kurz und die automatische Bewässerung regelt die optimale Feuchtigkeit für die Pflanzen.

www.ulrichtimm.de

(Erschienen in CUBE Berlin 01|20)

Landschaftarchitekten:

Ulrich Timm Landschaftsarchitekt
www.ulrichtimm.de

Garten- und Landschaftsbau:

Baum & Park Landschaftsbau
www.baum-und-park.de

Brunnenbau:

Natursteinfachbetrieb Jens Bellin
www.steinmetz-bellin.de

Beleuchtung:

Lichthaus Ammon
www.lichthaus-potsdam.de

Fotos:

Gary Rogers

Nothing found.

Kunst im Office

Eine textile Rauminstallation bringt Architektur, Natur und Denken in einen sinnlichen Dialog

Dynamisch und grün

Ein Mobilitätsunternehmen in Ratingen hat einen großzügigen Erweiterungsbau erhalten

Neuanfang unter einem Dach

Modernes Gebäude verbindet Arbeiten und Wohnen auf harmonische Weise

Leise an Lauter Stelle

Neubau eines Wohngebäudes inmitten der Münchner Altstadt

Nothing found.

Gegen Wegwerfarchitektur

„Element & Lingot“ – visionäre Nachverdichtung in Moabit

Curt-Sofa-System-AMBIVALENZ-HR-14-1-_15_700pixel

Flexibel und individuell

Malte Grieb setzt bei seinen Möbeln auf maximale Funktion und minimalen Platz

P8053357_15_700pixel

Stadthaus Maxima

Schlichte Eleganz – ein moderner Kubus mit klassischen Anlehnungen

Logenplatz über der Stadt

Offene Raumgestaltung in Farbe – für ein modernes Luxus-Penthouse in Berlin

03_LKL_Up-_Berlin_EP03964-0146_15_700pixel

Vom Warenhaus zum Workspace

Das Up! Berlin präsentiert sich als markantes Bürogebäude mit ausgefallenem Lichtkonzept

02_RTL-Audio-Center_Reception_Sebastian-Do-rken-Max-Schroeder_15_700pixel

Eine Reise in die Welt der Musik

Das neue RTL Audio Center Berlin wurde eröffnet

Gläserner Dom

Kosmopolitisches Penthouse der Superlative