Transparente Wohnlandschaft

Das Spiel mit acht Wandscheiben schafft völlig neue Raumgefüge

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Ein bestehendes Wohnhaus aus den 1960er-Jahren auf einem baumumstandenen Grundstück am Wannsee wurde mit einem offenen und flexiblen Anbau erweitert – und so um drei Wohnbereiche und einen Patio ergänzt. Bei den Planern dieses Objekts handelt sich um das Architekturbüro Fakt, ein junges Planerteam, das sich in Studienzeiten an der ETH Zürich und der TU Berlin kennenlernte und die 2013 ihr eigenes Büro in Berlin gründeten. Die Erweiterung des Wohnraums wird geschaffen durch wenige Wandpaneele als raumbildende Elemente. Insgesamt acht Wände schieben sich sozusagen in die grundrissfreien Räume und zonieren gewisse Abschnitte, die zu Abgrenzungen, Sichtschutz und Raumteilern werden. Zugleich sind sie die Tragstruktur für das Flachdach, das nur auf den acht metallenen Wandscheiben aufliegt. Die Stärke der Scheiben beträgt lediglich 5 cm. Es handelt sich um Stahlprofile, die mit leicht reflektierenden Aluminiumeloxal bekleidet sind. „Auf kleinem Raum werden mit reduzierten Mitteln unterschiedliche Raumsituationen geschaffen“, erläutern die Architekten. So ergeben sich drei Innenbereiche, die aber in einer offenen Beziehung zueinander und zum Garten stehen. Es entsteht ein leicht anmutender Anbau, der die Qualitäten des umliegenden Gartens einfängt; ein offenes Wohnen mit vielfältigen Sichtbeziehungen stellt sich als Lebensgefühl unter dem weiten Dach ein.

Der neu entstandene Pavillon mit seiner umlaufenden Verglasung und teilweise öffenbaren Glasscheiben als Schiebetüren lässt die Raumgrenze von Haus und Garten verschwimmen. Das vorgelagerte Plateau aus weißem Sichtbeton erweitert das Haus in den Garten hinein und bietet eine Aufenthaltsmöglichkeit als Terrasse nach Westen. Ein eher introvertierter Rückzugsort ist der Patio mit Hofbaum. Die Bauherren wünschten sich verschiebende Arbeits- und Wohnbereiche, die sich nun als lose Abfolge flexibler Bereiche aneinanderreihen. Der Boden im Innern ist ein heller Magnesitestrich. Er kommt ganz ohne Zement aus und ist sehr robust. Die Stromversorgung erfolgt durch Bodensteckdosen und optionale Vorhänge rundum schützen vor neugierigen Blicken. Der Boden und die Metallscheiben haben leicht reflektierende Oberflächen und spiegeln die Lichtstimmung des Wetters und Farben des Gartens dezent bis ins Innere.

www.fakt-office.com

Fotos:

Simon Menges
www.simonmenges.com

(Erschienen in CUBE Berlin 02|21)

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