Mit Respekt für das Alte

Der Palais Keller im Hotel Bayerischer Hof erstrahlt nach seiner Runderneuerung

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Ein weiterer Design-Coup ist dem belgischen Designer Axel Vervoort mit der Runderneuerung des Palais Kellers im Hotel Bayerischer Hof gelungen: Wie neu und doch alt kommt er daher – mit seinen Gewölbedecken, der original erhaltenen Tiroler Stube, den alten Holztischen und Stühlen. 1443 als Salzstadl errichtet, konnte der Palais Keller dank seiner nicht abzubrechenden Mauern die Jahrhunderte überdauern. 1972 wurde er durch Falk Volkhardt, dem damaligen Besitzer und Vater von Innegrit Volkhardt, der heutigen Inhaberin des Hotels, zu einem Ort der bayerischen Kulinarik umgebaut.

47 Jahre später erfuhr er nun eine komplette Runderneuerung: Überall erkennt man die Handschrift des Designers, der bereits mehrere andere „Makeovers“ im Bayerischen Hof entworfen hat: Nach den Restaurants Garden und dem Atelier, der Cinema Lounge und der Palaishalle sowie dem Süd- und Nordflügel mit 28 Zimmern und der luxuriösen 350 m² großen Penthouse Garden Suite ist der Palais Keller bereits das sechste Bauprojekt. Vor allem die Art, etwas im Prinzip so zu belassen wie es ist, es aber noch viel besser zu machen, charakterisiert Vervoordts Entwürfe. Um die Ur-Substanz wiederherzustellen, legte er Wände und Decken samt Rundbögen frei und führte sie mit heller Kalkfarbe in den ursprünglichen Zustand zurück. Das puristische Grundkonzept ergänzte er mit historischen Materialien, etwa im Eingangsbereich eine aus dem 18. Jahrhundert stammende antike Holzdecke. Der Altbelag des Bodens, ein antiker Luserna Naturstein mit Patina, wurde mit Naturstein ergänzt. In Kombination mit den einfachen Holzmöbeln, teils aus dem Bestand, und schweren Holztüren erzeugt er damit bewusst eine klosterartige Atmosphäre. „In der heutigen Zeit ist alles fake und oberflächlich, daher sehnen sich die Menschen nach einem authentischen Ort wie diesem“, sagte Vervoordt bei der Eröffnung. Auch die zum Gastraum offene Küche und Bar erhielt neue Akzente: Die Oberflächen und Ablufthaube haben eine schwarze Pulverbeschichtung, die Arbeitsflächen sind aus dem Naturstein „Nero Assoluto“ und die Frontverkleidung der Küchenausgabe und des Bartresens besteht aus Altholz von Axel Vervoordts Werkstadt aus Belgien. Eine Besonderheit ist die eigene Backstube, die sich direkt an die Küche anschließt: Hier wird unter anderem das hausgemachte Brot, das es übrigens als Relikt aus alten Zeiten auch heute noch zu allen Gerichten kostenlos dazugibt, gebacken. Eine neue Besonderheit ist das sogenannte „Refektorium“, ein feiner Nebenraum für maximal 52 Gäste, die an einem imposanten, 8,40 m langen Eichentisch mit verwitterter Patina Platz nehmen können. Eigentlich realisiert der Designer hauptsächlich Privatresidenzen für namhafte Stars, etwa Kanye West, Calvin Klein, Sting oder etwa die Tribeca Suite von Robert De Niro – für den Bayerischen Hof macht er jedoch immer gerne eine Ausnahme. 

www.axel-vervoordt.com
www.bayerischerhof.de

Fotos:

Daniel Schvarcz
www.d-s-photo.com

(Erschienen in CUBE München 04|19)

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