Wohnensemble Ahoj

Nachbarschaftliches Wohnen im Richardkiez

Das Wunderbare an Berlin ist ja mitunter, dass man sich nicht nur in einer, sondern in vielen Städten befindet. Selbst wenn man schon länger dort lebt, gibt es immer wieder einen neuen Kiez zu entdecken. Ein neues Dorf oder gar eine Kleinstadt mit ihrem völlig eigenen Charakter.

Diese Beschreibung trifft auf jeden Fall auf Neukölln zu. Fast nirgendwo geht es so eng und bunt zu wie dort – beispielsweise in der Karl-Marx-Straße. Biegt man aber um die Ecke, meint man, an einem Dorfplatz angekommen zu sein: Ein langgezogener, begrünter Platz umgeben von kleinen Häuschen. Und noch eine Ecke weiter größere Mehrgeschosswohnungsblöcke, aber keineswegs lieblos hineingesetzt, sondern hineingewachsen in dieses bunte Milieu.

Genau da hinein passt „Ahoj“, ein Wohnprojekt von Arnold und Gladisch Architekten, das in diesem Jahr beim „Award Deutscher Wohnungsbau“ in der Kategorie Nachverdichtung prämiert wurde. Und dafür gibt es mehrere Gründe: Selten sieht man ein Wohnprojekt dieser Größe, das so sorgfältig gestaltet ist.

Auf einem Areal in der Böhmischen Straße im sogenannten Richardkiez stehen auf einem Grundstück drei Wohnhäuser mit insgesamt 66 Wohneinheiten. Die drei einzelnen Häuser, zwei sechsgeschossige und ein dreigeschossiger Baukörper, füllen ein 3.355 m² großes Grundstück aus, das 110 m in die Tiefe und 30 m in die Breite geht. Ein Rückzugsort und nah an der pulsierenden Stadt gleichermaßen.

Das Vordergebäude schließt den Blockrand an der Straße, der flachere Bau in der Mitte schafft einen gemäßigten Übergang und lockert das Grundstück auf und das Rückgebäude bildet den Abschluss in der Tiefe des Geländes. Solch eine sonnige, grüne und luftige Großzügigkeit bieten Berliner Hinterhöfe nur selten. Vom Studio über die luftige Familienwohnung bis zum Penthouse sind hier verschiedene Wohnungs­typen vorhanden. Jede Wohnung verfügt über einen großzügigen Balkon, der meist nach Westen ausgerichtet ist.

Die Wohnhäuser erfüllen die Anforderungen für KfW-Effizienzhäuser 70. Eine Abluftanlage und Nachströmöffnungen in der Außenhülle ermöglichen eine kontrollierte Wohnraumlüftung – zudem werden Fassadenlüfter mit Wärmerückgewinnung eingesetzt.

Die Sorgfalt, mit der hier geplant und gebaut wurde, ist an vielen Details ablesbar: Ein Spielplatz im mittleren Bereich, Hochbeete für den Anbau von Gemüse, ein schön gestaltetes Tor als Eingang zur Wohnanlage. Abwechslungsreich gestaltete Fassaden in Weiß mit einzelnen grauen Feldern mit Kammputz und straßenseitig eigens mit Kletterpflanzen und anderen Gräsern begrünte Balkone. Sofort stellt sich das Gefühl ein: Hier wird auf gute, funktionierende Nachbarschaft Wert gelegt.

www.arnoldundgladisch.de

Fotos:

Werner Huthmacher
huthmacher-data.de

(Erschienen in CUBE Berlin 04|20)

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