Zukünftiger Alterswohnsitz

Wie weiter wohnen, wenn die Kinder aus dem Haus sind?

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Dieses zeitlos schöne Wohnhaus inmitten eines prächtigen Baumbestandes ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wenn eine Lebenssituation Entscheidungen erfordert, die gar nicht so einfach zu treffen sind. Hier haben alle Beteiligten mit Weitblick und zukunftsorientiert gehandelt. Was tun mit dem zu großen Zuhause der Familie, wenn die Kinder aus dem Haus sind? Wie wollen die Eltern nun und unter veränderten Umständen im Alter wohnen? Die Bauherren haben das Grundstück mit der Villa aus den 1930er-Jahren geteilt, um auf dem rückwärtigen Teil des Pfeifenkopfgrundstückes einen altersgerechten Neubau für sich errichten zu lassen. Dazu beauftragten sie Peer Schwenke und Michael Carstens vom Architekturbüro scoopstudio direkt.

Für die beiden Planer lag der Fokus darin, einen Alterswohnsitz zu erstellen, der im Erdgeschoss barrierefrei nutzbar sein musste. Auch sollte eine spätere Teilung des Neubaus in zwei Wohneinheiten möglich sein, um zum Beispiel eine Pflegekraft in einer eigenen Wohnung unterzubringen. Wichtig war zudem, dass das Haus seine gestalterische Wirkung als bauliche Einheit nicht verliert – trotz zweier eigenständigen Wohnungen. Leitende Entwurfsidee war eine Komposition von versetzten Einzelvolumen, die sich als Baukörper in Deckenplatte und Wandschott auflösen. Die Deckenplatten zeichnen sich in der Fassade als Metallbänder ab und werden von schlichten Wandschotten getragen: ein Flächentragwerk, das flexible Grundrisse und großflächige, bodentiefe Fensterflächen ermöglicht. Auf dem über 80 Meter tiefen Grundstück wurde der Neubau nahe der nördlichen Grenze platziert, um gebührenden Abstand zum Vorderhaus zu halten und einen großzügigen Südgarten anzulegen. Auf dem unteren Gebäudevolumen ist ein zweiter Baukörper aufgelagert, der sich quer zum Grundstück orientiert, sich elegant über die Doppelgarage nach Osten schiebt und so einen geschützten Zugang zum Haus bildet. Durch die Staffelung der Baukörper entsteht zudem eine große Dachterrasse für das Obergeschoss. Beide Volumen werden von einer „schwebenden“ Wandscheibe längs des Grundstücks begleitet. Diese schafft eine größtmögliche Privatsphäre im ebenerdigen Terrassenbereich und trennt die Zuwegung mit der Garage vom Garten. Terrassenseitig erhält die Wand eine luftige Treppe als Zugang zur oberen Wohnung. Im Inneren werden die verschränkten Baukörper ebenfalls über eine Treppe verbunden, die bei Trennung der Einheiten überbaut werden kann. Im Obergeschoss entsteht dann an der Stelle die Küche.Rohrleitungen und Anschlüsse sind in der Treppenhauswand vorinstalliert. Das Wohnhaus wurde als Holzrahmenbau konzipiert und komplett vorgefertigt mit Zapfenverbindungen geliefert. Die horizontale Ausrichtung der Volumen wird durch die Lärchenholzfassade aus Rhombusleisten verstärkt. Die Stirnseiten der Deckenplatten wurden mit hellem Metallblech verkleidet. Das Haus besteht weitgehend aus nachwachsenden Rohstoffen, eine Erdwärmepumpe macht das hochgedämmte Gebäude mit Fußbodenheizung unabhängig von fossilen Brennstoffen. Ebenfalls nachhaltig ist die in die Zukunft gedachte und flexible Nutzbarkeit des Gebäudes.

www.scoopstudio.de

Wohnfläche: 99 m² (Erdgeschoss) + 70 m² (Obergeschoss)
Bauzeit: 14 Monate
Bauweise: Holzrahmenbau, vorgefertigt
Energiekonzept: Erdwärmepumpe

Fotos:

Dominik Reipka
www.develop.reipka.de

Peer Schwenke

(Erschienen in CUBE Hamburg 03|23)

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