Hotel auf historischem Boden

Ein Hotelneubau bildet den Auftakt für das Duisburger Mercatorviertel

Für die Stadt Duisburg stellt das neue Mercatorviertel ein identitätsstiftendes Großprojekt dar. Schließlich entsteht es innerhalb der historischen Stadtmauern und auf den Fundamenten der mittelalterlichen Stadt, in unmittelbarer Nähe von Rathaus, Salvatorkirche und Innenhafen. Namensgeber ist der Kartograph Gerald Mercator, dessen bedeutendste Werke – darunter die berühmte Weltkarte von 1569, auf der bis heute die Navigation und der erste Atlas basieren – in Duisburg entstanden. In diesem geschichtsträchtigen Umfeld hat RKW Architektur + aus Düsseldorf mit dem Bau eines Hotels den Auftakt zur weiteren Entwicklung gesetzt.

Reale Berührungspunkte mit der Historie gab es zuhauf. Nicht nur, dass das neue Gebäude eine Verbindung zum benachbarten historisierenden Nachbau des Ott-Vogel-Hauses – benannt nach einem ehemaligen Duisburger Bürgermeister – haben sollte, auch das Fundament förderte historische Funde zutage. Diese wurden kartiert und beeinflussten, für die Nutzenden nicht wahrnehmbar, die Planung der Tiefgarage. So übernehmen beispielsweise Stützen die tragende Funktion, die sonst bei Neubauten die Außenwände übernehmen. Entsprechend komplex und eng gestaltete sich die Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Duisburg, erinnern sich die RKW-Architekten Jabra Soliman und Hendrik Faber. Auch dem Gestaltungsbeirat der Stadt Duisburg verdanken sie wertvolle Tipps.

Das viergeschossige Gebäude verfügt über ein weiteres Staffelgeschoss mit Metalleindeckung, das zusätzlich die Technik verkleidet. Zudem ist es durch einen Übergang mit dem Ott-Vogel-Haus verbunden, in dem ebenfalls Hotelzimmer – teilweise mit Dachschräge – entstanden sind. Um die Länge des Neubaus zu unterbrechen, wurden Erker integriert. Die erste, wenngleich aufgrund des großen Volumens nicht die günstigste Wahl für die Fassadengestaltung waren Klinker. Sie passen stimmig ins Stadtbild und verleihen dem Gebäude in Kombination mit den bodentiefen Fenstern im Erdgeschoss sowie der Metalldacheindeckung authentisches Hotelflair.

Dank der großen Transparenz des Erdgeschosses kann man vom Entree, der Lounge und der Bar des Premier Inn Duisburg City Altstadt zudem den Blick auf das historische Rathaus und die Salvatorkirche genießen. Entstanden sind insgesamt 219 Zimmer, Gastronomie im Erdgeschoss sowie 72 Stellplätze in der Tiefgarage. Mit dem erfolgreichen Auftakt des Mercatorviertels verbinden die Düsseldorfer Planer die Hoffnung, dass weitere Projekte zeitnah folgen, damit ein stimmiges neues Stadtviertel entstehen kann.

www.rkw.plus

Fotos:
Christophe Francois Fotografie
www.christophe-francois.de

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 02|26)

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