Räumliche Einheit

Gestaltungskonzept für eine Radiologiepraxis kreiert eine wohnliche Atmosphäre

Die Radiologiepraxis besticht durch einen großzügigen, offenen Empfangs- und Wartebereich. Blickfang ist ein expressives Thekenelement: Klar und geradlinig geformt, entwickelt es im unteren Bereich eine organisch auslaufende Kontur, die als spiegelbildliche Fortführung des abgehangenen, unterleuchteten Deckenelements Möbel und Architektur zu einer räumlichen Einheit verbindet. Zentrales Gestaltungselement ist eine durchgehende horizontale Linienführung, die die Raumhöhe in drei Ebenen gliedert. Eine schwarze Kontur rahmt alle Einbauten als Decken- und Bodenabschluss und spannt ein Mittelfeld auf, das im Empfangsbereich als Bühne für das dreidimensional ausgearbeitete Praxislogo dient. Seitlich der Theke entsteht Raum für eine dekorative Vase – ein ruhiger, bewusst gesetzter Akzent. Rechts der Theke schließt ein Paravent als Sichtschutz vor der WC-Tür an; dessen organische Form verleiht dem Raum Dynamik und bricht die strenge Linearität. Im oberen und unteren Bereich sorgt eine Lamellenstruktur für Transparenz und Leichtigkeit. Die gestalterischen Elemente – Linienführung, Lamellen und Tapete – setzen sich bis in den Wartebereich fort. An einer Tragstütze angeschlossen, wird dieses Motiv als integrierte Kaffeezone mit rückseitiger Garderobe weitergeführt und architektonisch gefasst. Ein weiteres prägendes Element ist die raumhohe, frei stehende Wand im Wartebereich, die die offenen Aufenthaltszonen von den Untersuchungsräumen trennt und als Lichtelement inszeniert wird. Aufbauend auf der Linienführung entstehen unterschiedliche Ebenen, in die Platten aus dem gleichen Mineralwerkstoff im Terrazzo-Look wie die Theke eingeschoben sind. Zwischen geschlossenen Flächen öffnen sich Freiräume; eine durchgehende Rückplatte dient als Reflektionsfläche und schafft ein skulpturales, raumprägendes Lichtobjekt. Der Wartebereich ist bewusst offen gestaltet: Im Zentrum steht ein frei stehendes Sitzelement mit einer abgependelten Leuchte, die die Großzügigkeit der Raumhöhe betont. Gegenüber der Trennwand fasst eine rundumlaufende Wand die Sitzbank – so wird der Bereich klar zoniert. Das Farb- und Materialkonzept bewegt sich in natürlichen Nuancen von Beige bis Hellgrün. Ein Fischgrätboden in hellem Holzton schafft eine ruhige, wohnliche Atmosphäre. Warme Farbtöne, textil wirkende Tapeten und eine Filzwand im Wartebereich unterstützen das Gesamtbild. Kontrastierend wirken die präzise schwarze Linienführung, dunkle Details und schwarze Pflanztöpfe. Pflanzen bringen Frische und Lebendigkeit ins Spiel. Der wohnliche Charakter setzt sich in den Behandlungsräumen fort, wohin sich der Bodenbelag durchzieht. Waldmotive greifen das Farbkonzept auf und schaffen eine beruhigende, atmosphärische Umgebung.

www.pd-raumplan.de

Fotos:
Jan Kaiser
www.jankaiser.eu

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 02|26)

Innenarchitektur:

pd raumplan
www.pd-raumplan.de

Innenausbau:

Tischlerwerk
www.tischlerwerk.de

Elektro:

Halolight
www.halolight-gmbh.de

Sanitär:

Woydowski
www.woydowski.de

Malerarbeiten:

Sebastian Seeling
www.malermeister-seeling.de

Beleuchtung:

Prolicht
www.prolicht.at

Möbel:

MDD
www.mdd.eu

Bodenbelag:

Forbo
www.forbo.com

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