Schützend und bewegend

Auch wenn die Halle mit den Grundmaßen 7,70 x 7,30 m übersichtlich ist, zeichnet sie in ihren Formen eine lange wechselvolle Geschichte nach.

IMG_4795-lr-edit-20210425_15_700pixel

Die jüdische Gemeinde wünschte sich eine Trauerhalle auf der neuen Friedhofsfläche im Bonner Kottenforst. Es sollte dabei kein Gebäude entstehen, sondern ein offener Ort, der Schutz vor Regen bietet und Schatten spendet. Aus praktischen Gründen sollte der Bau möglichst wenig Angriffsfläche für Vandalismus bieten, die Konstruktion möglichst wartungsfrei und dauerhaft sein. Die Friedhofsfläche ist eine große grüne Wiese inmitten des Kottenforsts. Die zukünftige Belegung mit den Grabstätten ist so durchgeplant, dass sich die Gräber nach Südosten in Richtung Jerusalem ausrichten.

Der Entwurf des beauftragten Architekturbüros lutz und unglaube aus Bad Honnef basiert auf dem Leitmotiv des archetypischen Hauses. Die massive Rückwand aus schalungsrauem Beton greift die Form des Hauses als Silhouette auf. Die Betonoberfläche wurde dabei absichtlich nicht in Sichtbetonqualität ausgeführt. Das Spiel von Steinen, Lunkerungen und Betonierabschnitten sollte sichtbar bleiben, um die Wand besonders lebendig und plastisch wirken zu lassen. Vor Vandalismus schützt ein Graffitianstrich. Die zwölf sich anschließenden Stahlrahmen adaptieren die klassische Form der Rückwand und drehen sich in immer größer werdendem Abstand aus der Fläche hinaus. Der so entstehende dynamische Raum wird im Inneren immer größer. Symbolisch stehen die zwölf Stahlrahmen für die zwölf Stämme Israels, die in Hebräisch graviert wurden. Das Dach ist eine konfektionierte Plane, die passgenau geschnitten wurde und in Hutprofilen eingespannt ist. Sie ist transluzent und verleiht dem Bau Leichtigkeit. Die Reminiszenz an die Zelte des israelischen Volkes beim Auszug aus Ägypten ist nicht zufällig gewählt. Auch wenn die Halle mit den Grundmaßen 7,70 x 7,30 m übersichtlich ist, zeichnet sie in ihren Formen eine lange wechselvolle Geschichte nach.

www.lutzundunglaube.de

Fotos:

Jens Unglaube

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 02|21)

 

Architekten:

lutz und unglaube
www.lutzundunglaube.de

Rohbau:

BauTeamSchneider
www.bauteamschneider.de

Plane und Metallbau:

H. Seybold
www.seybold-dueren.de

Nothing found.

Naturnahe Stadtgestaltung

Innerstädtische Siedlung mit Anmutung einer Parklandschaft

Das Haus mit dem Knick

Ein Wochenendhaus am See folgt dem Grundsatz der Nachhaltigkeit

Mehr ist mehr

Urlaubsarchitektur der Luxusklasse auf Usedom

Immerschön immergrün

Ein besonderer Hanggarten mit Pool

Nothing found.

PK1026-107_19_700pixel94eJpuNl0odx9

Prägnantes Eingangstor

Der Neubau des Biomedizinischen Zentrums II in Bonn ist mehr als nur Laborgebäude

Hanna-Witte-26_42_700pixel

Aus eins mach vier

Ein Wohnhaus zeichnet sich durch seine ungewöhnliche Komposition und Raumvielfalt aus

Bildausschnitt-vera-ndern-Asphalt-und-Himmel-anpassen-_FRD4560_15_700pixel

Mittendrin in Ehrenfeld

Ein früheres Industrieareal wird in ein offenes und grünes Wohnquartier transformiert

Privathaus_Stanke030_15_700pixel

Es gibt sie, die zeitlose Moderne

Eine Villa aus den 1960er-Jahren bietet Komfort für eine junge Familie

TRU_06_02_5918_10_700pixel

Gerettete Opulenz

Das Belgische Haus wurde denkmalgerecht saniert und zum Römisch-Germanischen Museum umgebaut

210917-Wohnhaus-Go-bel-HP-Siegen_MG_5688_b_thumb_thumb_thumb_19_700pixel

Stadt-Land-Verbindung

Ein Familienhaus bringt Wünsche und Vorgaben unter ein Dach

Stanke-Interiordesign_06_19_700pixel

Spannungsvolle Wandlung

Eine Zahnarztpraxis wurde in eine offene Gartenwohnung umgebaut

W141-036_21_b_700pixel

Markanter Eckpunkt

Seine gerasterte Klinkerfassade verleiht diesem Neubau einen monolithischen Charakter