Ein klares Statement

Das Haus für eine Familie inszeniert die Blickbeziehungen in die Landschaft

Dieses Wohnhaus für eine Familie steht am Rande eines typischen Neubaugebiets einer niedersächsischen Stadt. Zwar wirkt das Gebiet städtebaulich unstrukturiert, aber das Grundstück punktet mit seiner attraktiven Lage und großartigen Ausblicken auf die landschaftlich überaus reizvolle Umgebung, die von Feldern und Wäldern geprägt ist. Das Atelier Axel Nieberg aus Hannover hat in diesem Kontext ein unmissverständliches Statement formuliert und die architektonische Figur des Einfamilienhauses als reines Sichtbetonelement ausgestaltet. Die Materialität und die Klarheit des Gebäudes sind im Baugebiet einzigartig. Der Entwurf arbeitet konsequent mit den Blickbeziehungen. Das großformatige Fenster über dem Eingangsbereich ist nach Süden ausgerichtet und inszeniert den weiten Blick in die Ferne, die horizontalen Fensterbänder im Obergeschoss gewähren von überall Panoramablicke in die Landschaft mit ihren wechselnden Wolkenbildern.

Da im Neubaugebiet nur geneigte Dächer zugelassen sind, erhielt der zweigeschossige Gebäudeteil ein umgekehrtes Walmdach aus Sichtbeton. Durch die hochgezogenen Attikabereiche ist es von außen nicht sichtbar. Im Erdgeschoss ist das nach innen geneigte Dach im Luftraum der Diele erlebbar, die sich über zwei Geschosse erstreckt. Der eingeschossige Gebäudeteil erhielt aus demselben Grund ein Satteldach aus Beton, das ebenfalls durch die Attikaausbildung verdeckt wird. In den Innenräumen sind die verschiedenen Dachformen sichtbar und erzeugen unerwartete Raumbilder. Der Sichtbeton ist nach vorgegebenen Schaltafel- und Ankerlochrastern hergestellt und leicht braun durchgefärbt worden. Durch diese Nuancierung wirkt er optisch nicht wie klassischer Beton. Die Horizontalität der Fensterbänder im Obergeschoss wird durch das waagerechte Schaltafelraster zusätzlich unterstützt. Die zurückgesetzten Fenster wirken wie Einschnitte und erzeugen mit ihrer Tiefenwirkung eine interessante Schattenbildung. Das Grundstück formt sich im Nordwesten als leichte Hanglage aus. Um den Freisitz waagerecht zu gestalten, wurde das Gelände über Sichtbetonstützwände abgefangen, was den Garten gegen Einblicke schützt und Privatheit schafft. Intime Ruhezonen bilden auch die Atrien, die verschiedenen Innenräumen vorgelagert sind. Richtung Nordwesten ist dem Haus ein bauliches Element additiv angefügt worden, das im Erdgeschoss als überdachter Freisitz Schatten spendet und im Obergeschoss als Dachterrasse spektakuläre Blicke auf die tiefstehende Abendsonne über der Landschaft ermöglicht.

​Das Entrée wird durch die hohe Diele mit dem großformatigen Fenster geprägt. Im Erdgeschoss liegen in offener Raumabfolge großzügige Bereiche für Wohnen, Essen und Kochen, der sich anschließende eingeschossige Flügel nimmt die privaten Räume der Eltern auf. Eine Sichtbetontreppe führt ins Obergeschoss. Von der Galerie bietet sich ein imposanter Fernblick in die Landschaft. Die Kinder haben hier ihren eigenen Trakt. Alle Innenräume profitieren von vielfältigen Ausblicken in Landschaft und Atrien, wobei sich aus verschiedenen Blickwinkeln immer neue interessante Sichtbeziehungen ergeben. Der Einsatz weniger Materialien gibt den Räumen eine ruhige Ausstrahlung. Eine durchgängig warme Lichtfarbe der Beleuchtung erzeugt eine wohnliche Atmosphäre. Downlights wurden tief in die Betondecke eingelassen, um eine sehr gute Entblendung zu erreichen. Die Bäume in den Atrien werden abends punktuell über Up-Lights akzentuiert.

www.nieberg-architect.de

Wohnfläche: 225 m²
Grundstücksgröße: 630 m²
Bauzeit: 20 Monate
Bauweise: Massivbauweise
Energiekonzept: Gas-Brennwerttechnik mit Solarthermie und Photovoltaikanlage

Fotos:

Axel Nieberg

(Erschienen in CUBE Hamburg 01|24)

Architektur:

Atelier Axel Nieberg
www.nieberg-architect.de

Gas-Brennwertheizung, Solar:

Bosch
www.bosch.de

Photovoltaik-Anlage:

Solarwatt
www.solarwatt.de

Schalter:

Busch-Jaeger
www.busch-jaeger.de

Sichtbeton:

Heidelberg Materials
www.heidelbergmaterials.de

Schalung:

Peri
www.peri.de

Fenster:

Schüco
www.schueco.com

Holzdielen:

Wilhelm Türnau
www.tuernau-holz.de

Küche:

Häcker Küchen
www.haecker-kuechen.com

Leuchten:

Kreon
www.kreon.com
Mawa
www.mawa-design.de
Modular
www.supermodular.com

Beschläge:

Hoppe
www.hoppe.com

Briefkasten:

Renz
shop.renzgroup.de

Garagentor:

Hörmann
www.hoermann.de

Sonnenschutz:

MHZ
www.mhz.de

Sanitär-Keramik und Betätigungsplatten:

Scarabeo
www.scarabeoceramica.com
Tece
www.tece.com

Armaturen:

Vola
de.vola.com

Badewanne:

Kaldewei
www.kaldewei.de

Duschabläufe:

Dallmer
www.dallmer.com

Kamin:

Brunner
www.brunner.de

Nothing found.

Neuzugang in der Altstadt

Am Oberanger fügt sich ein eleganter Neubau zwischen Nachkriegsbauten ein

Nachhaltig und flexibel

Neubau des Schulzentrums Stockbrünnele in Böblingen vereint zwei Schulen unter einem Dach

Banking für die GenZ

Das „YouFin“ in Leverkusen bietet eine hybride Welt für Finanzberatung mit Chill-Faktor

Leben unter Eichen

Ein Anbau wird präzise in einen gewachsenen Landschaftsraum integriert

Nothing found.

KF1587-81_15_700pixel

Perfekt eingefügt

Ein Bürohaus interpretiert die Tradition des gewerblich genutzten Innenhofs neu

CAPE_1877_c_15_700pixel

Von der Architektur der Tische

Nachhaltige Möbel als Gestaltung des Raumes

Palmenwald am Gänsemarkt

Das neue Deutschlandhaus transformiert das Hamburger Kontorhaus in die Zukunft

Lückenschluß mit Mehrwert

Nachverdichtung schafft neuen Wohnraum und städtebauliche Reparatur

_MKU5265_15_700pixel

Einzigartig und inspirierend

Der Hammerbrooklyn Digital Pavillon dient dem vernetzten Arbeiten und Forschen

01_H1_DFZ_Pergolenviertel2b_Innenhof_suedwest_15_700pixel

Hamburg liebt Backstein

Bauten des Pergolenviertels interpretieren historische Quartiere neu

11_KPTN_blauraum__Marcus-Bredt_Wohn-und-Gewerbeblock_15_700pixel

Eine kleine Stadt in der Stadt

Im KPTN sind rund ein Dutzend Nutzungen vereint