Weit und leicht

Eine moderne Interpretation des klassischen Siedlungshauses

Beate_Rottwinkel_Architektin_Hamburg_w13_38_15b

Dass das Internet Menschen weltweit verbindet, ist ja eigentlich eine Binsenweisheit, die aber in der Geschichte dieses Einfamilienhauses einen besonderen Charme entwickelt. Wie oft kommt es vor, dass ein kleines Architekturbüro in Hamburg eine Anfrage aus Singapur erhält, ob es in Niendorf ein Einfamilienhaus bauen könnte? Genauso war es hier. Eine in Singapur lebende Familie stieß bei Recherchen im Internet auf die Architektin Beate Rottwinkel. Sie beauftragten diese, für die geplante Rückkehr nach Deutschland ein neues Zuhause zu bauen – auf einem Grundstück in Niendorf, das bereits im Besitz der Familie war. Die Gespräche, Abstimmungen und Entwürfe der ersten Planungsphasen fanden per Videokonferenz statt.

Baurechtlich war auf dem Grundstück die Grundfläche für das Gebäude vorgegeben. Die Bauherrschaft wünschte sich, passend zur Dachform der Nachbarhäuser, auch ein Satteldach. Darauf reagiert der Entwurf mit einer zeitgemäßen Interpretation des klassischen Siedlungshauses. Zur Straßenseite fügt sich der Neubau mit seiner einfachen Gebäudeform bewusst zurückhaltend in den Bestand ein. Aber der akzentuierte Eingang, das über Eck laufende Fensterband im Erdgeschoss, die schmalen, stehenden Fensterformate in den oberen Geschossen und der expressive Klinker sprechen eindeutig die Architektursprache der Moderne. Rückseitig öffnet sich das Haus mit großflächigen, auch über zwei Geschosse reichenden Glaselementen zum Garten, verknüpft so Innen und Außen. Innen dominieren Helligkeit und Transparenz – ein interessanter Kontrast zur dunklen Hülle des Baukörpers. Das Haus ist lichtdurchflutet und überaus großzügig. Selbst die Treppe reduziert ihr Material auf das Notwendige. Loftartig anmutende Glas-Stahl-Elemente als Türen, weiße und helle Oberflächen der Wände, Böden und Möbel, eine reduzierte Farbpalette der Möbel, bewusst gesetzte Akzente in Gold oder aus Holz unterstützen den offenen Grundriss und machen das Haus weit und leicht. Das neue Zuhause der vierköpfigen Familie umfasst 226 m² Wohnfläche. Das Einfamilienhaus erfüllt hohe Ansprüche an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. In Massivbauweise errichtet, wurde es mit einer Wärmepumpe, einer Fotovoltaik-anlage mit Speicher sowie einer Lüftungsanlage ausgestattet. Der Keller wurde wegen des hohen Grundwasserstands als weiße Wanne ausgeführt und ist auch zu Wohnzwecken nutzbar.

www.rottwinkel-architektur.de

 

Fotos:

Veronika Krebs
www.bluenika.de

(Erschienen in CUBE Hamburg 04|23)

Architektur:

Rottwinkel Architektur
www.rottwinkel-architektur.de

Treppe:

Bewas Treppenstudio
www.bewas.com

Tischlerei:

Likoo
www.likoo.de

Zimmerei:

Zimmerei Nut & Feder
www.zimmerei-nutundfeder.de

Rohbau:

Szibalskí Bauunternehmen
www.szibalski-bau.de

Glaselement:

Ludwig Stahlbau
www.ludwig-metall.de

Heizung und Sanitär:

Degler
www.degler-haustechnik.de

Elektro:

Das Elektroteam
www.das-elektro-team.de

Kamin:

Ofenbau Markus
www.ofenbau-markus.de

Lofttür:

Stolwarker
www.stolwarker.de

Parkett:

Fußbodentechnik
www.teamfussbodentechnik.de

Nothing found.

Wohnen im Komponistenviertel

Junges Wohnquartier in alter Nachbarschaft in Weissensee

Lichtdurchflutete Arbeitswelt

Hocheffizientes Bürogebäude in der Maxvorstadt

Gelungene Überführung

Der Umbau eines ehemaligen Wochenendhauses begeistert die Bauherrin

Individualität im System

Grundschule verbindet Planungs- und Fertigungseffizienz mit zeitgemäßer Gestaltung

Nothing found.

IMG_8074-HDR_19_700pixel

Bauwende Pur

Zwei richtungsweisende Nullemissionshäuser in Hohenschönhausen

001-AnjaWippich-2020_15_700pixel

Lebendiger Mittelpunkt

Die denkmalgerecht sanierte Kleiderkasse in der Mitte Altona wird vielfältig genutzt

Auffahrt_19_700pixel

Elegante Nachverdichtung

Großzügiges und angenehmes Wohnen in zweiter Baureihe

meridian_spa_michel_interior_112019-077_19_700pixel

Transformation am Hafen

Relaunch einer Spa- und Fitnessfläche am Michel

Schaufenster der Wissenschaft

Ein weiterer Baustein für die Science City in Bahrenfeld

Elbchaussee3_15_700pixel

Spannendes Zusammenspiel

Die fließenden Linien und organischen Formen erwecken eine Assoziation zum Element Wasser

_USC4916-HDR-Bearbeitet_15_700pixel

Krähennest statt Umzug

Durch das Ausloten von Raumreserven entsteht Platz

Kunst und Zeitgeist

Kunst und Zeitgeist

Eine Wohnung aus den 1970er-Jahren wird in die Zukunft transformiert