Turm mit Signalfunktion

Das Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen hat ein neues Empfangsgebäude

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Im Ruhrgebiet spielte der Schienenverkehr in Zeiten der großen Steinkohlezechen für den Kohleverkehr eine wichtige Rolle. Diese Ära ist längst vorbei, dennoch gibt es im Revier noch historische Eisenbahnen und Gebäude zu bestaunen, die von diesem technischen Fortschritt zeugen. Eines davon ist das größte private Eisenbahnmuseum in Deutschland, das in Bochum-Dahlhausen beheimatet ist und die Geschichte als einstiges Bahnbetriebswerk aus den Jahren 1916 bis 1918 lebendig hält. Nachdem das Werk geschlossen und ein Teil der Anlagen zurückgebaut wurde, übernahm die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte 1969 das Betriebswerksgelände und versetzte es schrittweise in den Originalzustand. Wer das Museum besucht, betritt das Gelände durch ein neues Empfangsgebäude, welches das Berliner Büro des Schweizer Stararchitekten Max Dudler entworfen hat und das nach knapp dreijähriger Bauzeit pünktlich zur Frühjahrssaison 2020 Eröffnung feierte.

Max Dudler Architekten gewannen 2015 den ersten Preis des öffentlichen Architektenwettbewerbs, den die Stadt Bochum ausgelobt hatte. Den Planenden war wichtig, mit ihrem Entwurf der Bedeutung des Ortes gerecht zu werden und das Flair, das die historischen Schienenfahrzeuge und die denkmalgeschützten Gebäude ausstrahlen, in einer zeitgenössischen Formensprache und mit Respekt vor der Historie aufzugreifen. Dem Museum verschafft der Neubau eine klare Eingangssituation, die den Besucher in das weiträumige Außengelände leitet. Der eingeschossige Ziegelbau mit der turmartig emporragenden Eingangsfront fügt sich als skulpturaler Körper in das Areal ein. Mit dem vorgelagerten Museumsbahnsteig bildet er eine Figur, deren Dynamik den Schwung der umgebenden Gleisanlagen nachzeichnet. Beton, Stahl und Klinker nehmen das Echo der alten Eisenbahngebäude und des von Schwerindustrie geprägten Ruhrgebiets auf und schreiben es in einer zeitgenössischen Architektur fort. Der monolithisch wirkende Turm dient als Foyer und Landmarke mit Signalfunktion zugleich. Er eröffnet den Blick in den schmalen, langgestreckten Museumsraum, der erste Ausstellungsstücke präsentiert und sich durch ein großes Fenster auf die Gleise öffnet. Roher Sichtbeton verleiht dem Innenraum industriellen Charakter, die sichtbar verlegte Technik betont dabei den linearen Raumfluss. Als Reminiszenz an das Holz alter Bahnschwellen werden bis zum Herbst 2020 alle eingebauten Möbel in Eichenholz gefertigt sein.

www.maxdudler.de

Fotos:

Stefan Müller
www.stefanjosefmueller.de

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 01/20)

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