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Saniert und ergänzt

In altem Glanz erstrahlt ein Jugendstilgebäude mit neuem Dachgeschossausbau

Gute Architektur übersteht Jahrhunderte, selbst wenn sich der Zeitgeschmack zwischendurch... mehr

Gute Architektur übersteht Jahrhunderte, selbst wenn sich der Zeitgeschmack zwischendurch ändert. So verwundert es nicht, dass Bauwerke von Architekten wie Alexander Neumann immer noch als Schmuckstücke gelten. Der Glanz mag ab sein, doch mit Erhaltungswillen und Feingefühl bei der Sanierung lässt er sich wieder herausarbeiten. Selbst wenn die Fassade, wie bei dem denkmalgeschützten Gebäude in der Porzellangasse, stark gelitten hatte. Dafür konnte sich das mit der Sanierung beauftragte Architekturbüro p.good über eine sehr gut erhaltene Substanz im Inneren freuen, die mit alter Handwerkskunst aufgearbeitet wurde. Behutsam wurde auch der Dachausbau vorgenommen, den sich die Eigentümerin, die Privatstiftung PUBA, als Ergänzung wünschte.

Die Fassade zeugt heute wieder von der fast schon mathematisch anmutenden Proportionslehre, die für die Gestaltung in der Zeit um 1900 vorherrschend war. Im Raster akkurat angeordnet, verteilen sich die originalen, mit Leinölfarbe aufgearbeiteten Fenster. Passend dazu ergibt sich die Ordnung in der Erdgeschosszone mit den beiden Ladenlokalen, deren große Werbetafeln den historischen Charakter aufnehmen. Sie säumen das mittig sitzende Portal, dem wenige Stufen eine gewisse Erhabenheit schenken. Dass nicht alles nur Fassade ist oder war, wird im Vestibül mit seinen Marmorplatten an den Wänden sichtbar. Jedoch nicht um Prunk, um behutsame Sanierung geht es hier.

Als Doppeltrakter gebaut, gibt es zwischen den Geschossen des unterkellerten Vorderhauses und des mit Souterrain und Hochparterre gebauten Hofhauses einen Niveauunterschied. Der wird im mittig gelegenen Stiegenhaus sichtbar. Bei der Sanierung wurde der alte Aufzug durch einen in Stahl gefassten gläsernen Lift ersetzt, der jetzt alle Wohnungen barrierefrei erschließt.

Behutsame Erneuerung geht mit der ebenso umsichtigen Aufarbeitung der Substanz einher. So wurden in einem ersten Bauabschnitt vier Wohnungen saniert, die seit der Errichtung des Hauses kaum verändert worden waren. Parkett und Fliesen, Verglasungen und Fenster sowie die Türen wurden aufgearbeitet. Lediglich die Bäder wurden komplett erneuert. Neu sind auch die beiden Wohnungen im nun ausgebauten Dachgeschoss des Hofhauses. Sie erhielten auf den Eckrisaliten Terrassen, von denen der Blick über ganz Wien reicht – fast so weit wie von der neuen Dachterrasse, die zu einer der Atelierwohnungen des Vorderhauses gehört.

www.pgood.at

Fotos:

Bruno Klomfar
www.klomfar.com

(Erschienen in CUBE Wien 01|22)