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Ein Muster der Nachhaltigkeit

Langlebige Baumaterialien – gut für die Umwelt und gut für das Budget

Schon seit ihrer Gründung 1872 liegt der Schwerpunkt der renommierten Wiener Universität für... mehr

Schon seit ihrer Gründung 1872 liegt der Schwerpunkt der renommierten Wiener Universität für Bodenkultur auf Nachhaltigkeit und Management natürlicher Ressourcen. Beim fälligen Neubau des Türkenwirtgebäudes im 19. sollte dies nicht anders sein, wie die beiden Bauherren Universität und Bundesimmobiliengesellschaft beschlossen. Zudem zeigt das vom Architekturbüro Baumschlager Hutter entworfene Gebäude, dass sich ein solcher Ansatz auch mit überschaubarem Budget realisieren lässt.

Nicht nur Universitätsangehörige, sondern auch die Bevölkerung kann sich ihr eigenes Bild von dem Neubau machen. Mensa und Hofladen stehen allen offen. Das gilt auch für zahlreiche Veranstaltungen, die in Räumlichkeiten wie dem großen Hörsaal stattfinden. Nachhaltigkeit bezieht sich hier auf den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes, angefangen von der Rohstoffgewinnung und Herstellung der Baumaterialien über den Bau und Betrieb, einschließlich Unterhaltung und anfallender Sanierungen, bis hin zu Abriss und Entsorgung. Beispielsweise lässt sich die Schafwolle, die als Wandverkleidung für eine gute Akustik sorgt, und das als Bodenbelag in den Obergeschossen verlegte Linoleum problemlos entsorgen. Damit die Entsorgung möglichst lange hinausgezögert werden kann, wurde auf die Langlebigkeit der Baumaterialien geachtet. Und auch der Grundriss wurde so gestaltet, dass sich spätere Umnutzungen ohne größere Baumaßnahmen realisieren lassen. Schon jetzt sind die Flächen so angelegt, dass sie Mehrfachnutzungen erlauben. Die Mensa im Erdgeschoss etwa, die den Studenten außerhalb der Essenszeiten als Lernraum zur Verfügung steht. Und das begrünte Dach dient nicht nur als Standort der Photovoltaikanlage, sondern auch als Lern- und Kommunikationszone.

Viele Bausteine tragen dazu bei, dass das Gebäude Passivhausstandard erreicht. Nicht zuletzt ist es das Bauwerk selbst, das über Bauteilaktivierung als Speicher für die Energie wirkt, die über Geothermie, Solarthermie und Photovoltaik gewonnen wird. Fast die Hälfte der Nutzfläche erstreckt sich über die beiden Untergeschosse. Der aus dem Boden ragende Gebäudeteil ist in eine hocheffiziente Hülle gepackt. Die Fenster lassen sich trotz Lüftungsanlage öffnen – die Verbindung zur Umwelt wird so nicht nur durch die Materialwahl und die Studieninhalte spürbar.

www.baumschlagerhutter.com

Fotos:

Lukas Schaller
www.lukasschaller.at

(Erschienen in CUBE Wien 02|20)

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