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Außen schwarz – innen weiß

Übersichtlich und aufgeräumt entstand viel Platz auf kleiner Fläche

Was zählt, sind die inneren Werte. Und davon hat der schwarze Kubus mit Blick über Wien eine... mehr

Was zählt, sind die inneren Werte. Und davon hat der schwarze Kubus mit Blick über Wien eine ganze Menge. Unter der schwarzen Hülle entwickelt sich großzügiger Wohnraum. Ganz einfach war es nicht, die Vorgaben für Wohngebäude in Kleingartensiedlungen mit den Wünschen der Auftraggeber nach einer möglichst flexiblen Struktur unter einen Hut, der in diesem Fall ein Dach ist, zu bringen. Doch Architekt Günter Pichler hat in einem geradlinigen Weißtannengehäuse alle Wünsche verwirklicht. Und der erste war der nach der speziellen, schwarzen Oberflächenlasur der sägerauen Weißtannenfassade.

Der reduzierte Wohnraum entwickelt sich über drei Geschosse, eines davon liegt unter der Erde. Großzügige Lichtschächte, jeder wie ein kleines Atrium, machen die eingegrabenen Räume zu vollwertigem Wohnraum, der sich bis unter die Terrasse des Erdgeschosses schiebt. Hier öffnen großflächige Verglasungen den Blick in den Garten, holen die Umgebung in den hellen, von Weißtannenholz dominierten Innenraum. Im Obergeschoss geben bodentiefe Fenster den Blick in die nahen Baumwipfel und die fernen Lichter der Großstadt frei. Auf den Millimeter genau eingepasste, flächenbündige Einbauschränke geben den Innenräumen eine aufgeräumte, klare Linie. Platz für das Leben entsteht ohne viel zusätzliches Mobiliar. Den Grundriss prägt die zentrale, aber nicht raumgreifende Holzstiege. Zwischen Außenwand und Innenraum eingepasst verbindet sie die drei Ebenen.

„Für exaltierte Spompanadeln war kein Raum, hier lebt man in einem geradlinigen Weißtannengehäuse“, beschreibt Pichler die Herausforderung. Unnötige Versprünge, Winkel und Ecken gibt es nicht. Wie die Einbauten fügen sich auch die raumhohen Türen flächenbündig ein, treten allein durch ihre Klinken in Erscheinung. Sägerau wie die Fassade, aber naturbelassen fühlen sich die Dielen der Weißtannenböden warm und sanft an. Die reduzierte Architektur wird einmal mehr augenfällig, wenn sich der Beton zeigt und signalisiert: Hier wird nichts verschleiert, hier ist das vorhanden, was sichtbar und fühlbar ist. Nur die Räume im Untergeschoss, die sind tatsächlich von außen nicht gleich erkennbar. Aber müssen sie auch nicht.

www.pichlerarchitekten.at


Fotos:

Bruno Klomfar
www.klomfar.com

(Erschienen in CUBE Wien 04|19)

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