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Historie erleben

Relikte der Württembergischen Cattunmanufaktur in Heidenheim an der Brenz bewahrt

Im Jahr 1903 wurden, für die von dem Augsburger Textilunternehmer Johann Heinrich Schüle... mehr
Im Jahr 1903 wurden, für die von dem Augsburger Textilunternehmer Johann Heinrich Schüle gegründete Württembergische Cattunmanufactur (WCM), ein Maschinenhaus und das historische Badehaus von Philip Jacob Manz erbaut, welche nach einem Großfeuer im Jahre 1922 nur noch als Relikte übrigblieben. Die Produktion des einst sehr wichtigen Unternehmens in dieser Region wurde 1966 eingestellt, die Liegenschaft verkauft und die Produktionshallen abgerissen. Durch einen erneuten Brand ging das historische Stahltragwerk des Daches und die kassettierte Decke verloren und der ursprüngliche Titel eines Kulturdenkmals wandelte sich daraufhin in ein reines Fassadendenkmal. Die Firma Kinzler hatte das Gebäude 2012 erworben und plante nun mithilfe der Architekten aus dem Büro no w here Architekten Designer, Karl Amann und Henning Volpp den neuen Sitz ihrer Firma. Beabsichtig war es, neben den Büro- und Lagerräumen für die Verwaltung und Designabteilung auch neue repräsentative Räume entstehen zu lassen, in denen die aktuellen Kollektionen der Heimtextilien präsentiert und Geschäftskunden empfangen werden konnten.

In vielen Diskussionen mit der Baurechtsbehörde, dem Brandschutzgutachter und der Denkmalschutzbehörde einigte man sich darauf, den ehemaligen Maschinenraum in seiner Gesamtwirkung zu erhalten, damit er weiterhin als Einheit erlebbar bleibt. Folglich konzipierten die Architekten ein neben den Altbau gestelltes Treppenhaus und eine eingeschobene Stahlbauebene. Sehr schön erkennt man die im Erdgeschoss herausgearbeiteten historischen Fenster, die der Belichtung von Büro- und Besprechungsräumen der Verwaltung und Designabteilung dienen. Schrankelemente mit eingestellten Glasscheiben zonieren diese Ebene. Die obere Ebene auf dem eingestellten Stahltisch nutzt das Handelsunternehmen für die Präsentation der Textilprodukte mithilfe flexibler Präsentationselemente.

Eine Wendeltreppe aus Stahl verbindet die Ebenen bis in das Untergeschoss, das Neben- und Lagerräume beherbergt. Sehr schön zeigen sich hier die wuchtigen Fundamente der Aggregate und Maschinen. Das Gebäude betritt man nun über das neue Treppenhaus, das trichterarig ausgebildet ist und von dem aus man in alle Geschosse gelangt. Nachdem die Denkmalschutzbehörde auf den ersten Antrag negativ reagiert hatte, wurde es so überarbeitet und mit Öffnungen zum Altbau versehen, dass die historischen Elemente beim Hinaufsteigen der Treppe aus nächster Nähe erlebt werden können.

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Architekten: no w here Architekten www.nowherearchitekten.de Fotos: Nico Hensel mehr

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Nico Hensel