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Eine kleine Stadt

Modernisierung und Erweiterung eines Kinderhauses innerhalb städtischer Strukturen

Nach zwei Jahren Bauzeit war es soweit: Die Kinder des Kinderhauses St. Elisabeth im Stuttgarter... mehr

Nach zwei Jahren Bauzeit war es soweit: Die Kinder des Kinderhauses St. Elisabeth im Stuttgarter Westen konnten endlich ihre neuen Räume erobern. Wo zuvor 75 Kinder separat in einem Wohn- und einem Gemeindehaus betreut wurden, finden in diesem umgebauten und ergänzten Gebäude nun sogar 90 Kinder in sechs Gruppen ihren Lebensraum. Außerdem wurde mit der Baumaßnahme die Kapazität für einen sogenannten Minikindergarten für die Übergangszeit zwischen Kita und Kindergarten ab dem vierten Lebensjahr geschaffen. Für die Kinder ist ihr neues Haus ein wahres Paradies an Möglichkeiten: Es gibt Räume für Musik, Natur und Wissenschaft, auch ein Atelier und einen großen Bewegungsraum mit Turngeräten. Was sich früher als Puppenecke vor allem an die Mädchen richtete, ist heute ein eigener Rollenspielraum, der auch die Jungs anspricht. Offene Gemeinschaftsplätze, Wege und Galerien, geschützte Gruppenräumen und Bildungsbereiche schaffen ein Abbild der Stadt im Kleinen.

Wie ein Scharnier setzten Schleicher.Ragaller Architekten den neuen, in seiner Form ausgeklügelten Baukörper zwischen die bestehenden Gebäudeteile. Klar in seiner Architektursprache und zurückhaltend in seiner Materialität verbindet er neu und alt miteinander, ohne dass der Neubau auf eine eigenständige Identität verzichten würde. Hier begegnen sich typisch rote Klinkerfassaden und die schwarze, vertikale Holzverschalung mit Glasflächen, die den Blick ins Innere auf den strahlend-gelben Boden, blaue Wände und Sichtbetonflächen freigeben. Die verschiedenen Spielflächen und überdeckten Freibereiche korrespondieren mit dem großzügigen Foyer und durch dessen Öffnungen über Blickbeziehungen auch miteinander. „In der heiteren und lichten Atmosphäre des Foyers, mit der sich öffnenden breiten Freitreppe und den oberen brückenartigen Galerien wird die maßstäblich gedachte Urbanität im Haus nachvollziehbar“, würdigte das Preisgericht im Rahmen der Hugo Häring-Auszeichnung den Entwurf. Die Eingriffe in die bauliche Substanz der Bestandsgebäude beurteilte das Preisgericht als angemessen und räumlich funktionalen Vorteilen geschuldet. Im Ganzen zeige der Entwurf eine ausgewogene Lösung auf, die innerhalb einer komplexen stadtbaulichen Struktur ein hohes außen- und innenräumliches Potenzial freisetze. Davon können sicherlich nicht nur die Kinder und Betreuer profitieren.

www.schleicher-ragaller.de


Fotos:

Zooey Braun
www.zooeybraun.de