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Neu interpretiert

Die Außenanlagen von Illenau wurden revitalisiert

Am östlichen Stadtrand von Achern befindet sich die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt Illenau,... mehr

Am östlichen Stadtrand von Achern befindet sich die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt Illenau, die im 19. Jahrhundert als architektonisch symmetrische Gesamtanlage im klassizistischen Stil von Hans Voss errichtet wurde und noch heute weitgehend erhalten ist. Mit Ausnahme des Außenraumes: Hier waren zu Beginn der Sanierungsarbeiten nur noch rudimentäre Grundstrukturen der ursprünglichen Anlage erkennbar. Charakteristisch für die Gesamtanlage sind die strenge Geometrie sowie die enge Verknüpfung mit der Stadt Achern durch ein Alleeband. Da auch heute noch der Bezug zwischen Stadt und Illenau von großer städtebaulicher Bedeutung ist, ging es in erster Linie darum, diesen starken Bezug wieder herzustellen. Und zwar einerseits durch eine Neusetzung des Alleebandes und andererseits durch die Revitalisierung der großzügigen Außenanlagen.

„Unser architektonischer Grundgedanke für die Neugestaltung der Illenau war eine Interpretation der Ursprungsanlage und deren Veränderungen“, erklärt Dietmar Herz, Landschaftsarchitekt, und ergänzt, dass eine zeitgemäße Neugestaltung anstelle einer reinen Restaurierung angestrebt wurde. So wurde die ursprüngliche Zonierung des Freiraums von West nach Ost beibehalten und im Sinne der heute angesagten Offenheit der Anlage gestaltet. Verbindendes Element der verschiedenen Zonen ist die durchgehende Mittelachse, betont durch die Illenauer Allee, deren Anfang als zentrales Teilstück wiederhergestellt wurde. Die Westseite betont die Einheit von Garten und Gebäude und wurde streng architektonisch gestaltet. Demgegenüber besitzt die Ostseite mit wertvollem Baumbestand und der Nähe zur Landschaft deutlich mehr Parkcharakter. Zitate an die vormaligen gartenarchitektonischen Inhalte sind Baumdächer, freiwachsende und geschnittene Heckenbänder, Rasenparterres sowie beetförmige Staudenpflanzungen, die im westlichen Teil streng architektonisch, im östlichen Teil parkartig angelegt wurden.

Die Hinführung zur Illenau übernimmt kraftvoll die neue vierreihige Allee aus Kaiserlinden. Auch wenn die Anlage offen bleibt, wurden die vorhandenen Torsituationen wiederhergestellt. Eine Renaissance erfahren die höher gelegenen vormaligen westlichen Patientengärten durch die Sanierung und Wiederherstellung der vorhandenen Mauern und Treppenaufgänge sowie durch eine Neuinterpretation des Gartenthemas im Rhythmus der Architektur mit regelmäßigen Staudenbeeten, Bosketten beziehungsweise Baumdächern und Wegeerschließung. Entsprechend seiner Lage im unmittelbaren historischen Gebäudekontext wurde der Ehrenhof relativ streng nach historischen Vorgaben geplant. So finden sich dort der restaurierte Illenau-Brunnen, Rasenparterre, Kleinbäume, Natursteinfries und Stauden-Broderies sowie Arkaden-Berankung.

www.buero-herz.de


Fotos:

Dietmar Herz