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Zum Wegwerfen zu schade

Ein neues Highlight in der Stadt – nicht nur ein Ausweichquartier

Seit ihrer Eröffnung Anfang Oktober ist die Isarphilharmonie in aller Munde. Heimlich still und... mehr

Seit ihrer Eröffnung Anfang Oktober ist die Isarphilharmonie in aller Munde. Heimlich still und leise wurde gebaut, um ein Ersatzquartier für die Münchner Philharmoniker, die Volkshochschule und die Stadtbibliothek während des Umbaus des Gasteigs zu schaffen, der jahrelang dauern wird.

2018 wurde der Wettbewerb für das neue Konzerthaus auf dem Werksgelände entschieden. Dieses Projekt ist noch in der Pipeline. Nun gibt es die neue Isarphilharmonie in Sendling mit einem solch hervorragenden Klang, dass ein neuer Saal unnötig erscheint. Auch hier holte man den weltberühmten Akustiker Yasuhisa Toyota mit ins Boot, der bei nahezu allen neu entstandenen Konzertsälen weltweit für die Klangqualität verantwortlich ist. Was hier gelang, nennen die Architekten von gmp (Entwurf: Meinhard von Gerkan und Stephan Schütz mit Christian Hellmund) „eine Violine in einem Geigenkasten“ nach dem Haus-im-Haus-Prinzip. Der äußere „Kasten“, die Außenhülle, besteht aus einer schlichten Stahlkonstruktion, in deren Eckelemente einschalige, vorgefertigte Wandelemente aus Holz eingehängt werden. Sie wird mit den Anforderungen eines akustisch anspruchsvollen Konzertsaals kombiniert, der in Holzmodulbauweise errichtet ist, wie ein Stecksystem aus Vollholzelementen. Diese Konstruktion ermöglichte eine kurze Bauzeit – und wird in der Zukunft einen einfachen Rück- und Wiederaufbau möglich machen. Nur eineinhalb Jahre waren erforderlich, um diese Leistung zu erbringen und auch das Budget von 40 Millionen Euro wurde eingehalten.

Der Neubau schließt an die denkmalgeschützte ehemalige Transformatorenhalle E mit ihrem Glasdach und drei blau gestrichenen umlaufenden Rängen an, die zum Foyer umgebaut wurde. Vor der Halle öffnet sich ein zentraler Platz zum Wasser hin. Halle E übernimmt mehrere Funktionen: Sie ist das Foyer, die Kartenverkaufsstelle, die Garderobe und das Café für die Konzertbesucher. Und auch andere Institutionen des alten Gasteig sind hierher umgezogen – in drei weiteren Modulbauten sind die Stadtbibliothek, die Volkshochschule sowie die Hochschule für Musik und Theater untergebracht. Die Bürger durften abstimmen und einigten sich auf den Namen HP8 für das Quartier, abgeleitet von der Adresse Hans-Preißinger-Straße 8.

www.gmp.de

Fotos:

HGEsch
www.hgesch.de

(Erschienen in CUBE München 04|21)