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Wiederbelebt zum Wohnen

Neue Nutzung auf dem Gelände einer ehemaligen Gerberei in Markranstädt

Markranstädt liegt am Kulkwitzer See und etwa 10 km südwestlich vom Leipziger Zentrum. Die... mehr

Markranstädt liegt am Kulkwitzer See und etwa 10 km südwestlich vom Leipziger Zentrum. Die Kleinstadt mit rund 16.000 Einwohnern ist ein beliebter Wohnstandort. Unweit von Marktplatz und Rathaus hat die Markranstädter Bau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft auf dem Gelände einer ehemaligen Gerberei ein neues Wohnensemble errichten lassen. Die frühere Nutzung erinnert an die wirtschaftliche Blütezeit von Markranstädt gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Durch die Nähe zum Pelzhandelszentrum des Leipziger Brühls – auch die „Weltstraße der Pelze“ genannt – waren zahlreiche Betriebe der Pelzzurichtung und -veredlung sowie des Kürschnerhandwerks in Markranstädt ansässig.

Das nahezu dreieckige Grundstück im Südwesten der Stadt wird von der Lützner Straße, der Krakauer Straße und dem Schmalen Weg eingefasst. Das Architekturbüro bla° greift mit der fast geschlossenen Blockstruktur die historische Situation auf, öffnet sie aber über dem durchlaufenden Sockel mit differenzierten Baukörpern. So wird der grüne, gärtnerisch gestaltete Innenhof geschützt, während gleichzeitig Blickbeziehungen in den Stadt- und Landschaftsraum ermöglicht werden. In zeitgemäßer Architektursprache orientieren sich die Volumen an der kleinteiligen Nachbarschaft. Nach Norden zur Lützner Straße bietet das größere Haus mit 13 Wohnungen Schutz und eine klare Adresse. Die hohe Eckbetonung zur Krakauer Straße soll wie ein Stadttor die verdichtete Innenstadt markieren. Das kleinere Haus mit neun Wohnungen liegt an der Ecke Krakauer Straße/Schmaler Weg. Alle Wohnräume öffnen sich nach Süden in Form von vielgestaltigen Balkonen, Loggien und Dachterrassen, die den Häusern ihren ganz eigenen Charakter verleihen und sie als Ensemble erlebbar machen. Der Sockel aus Backstein ist eine Referenz an das Material des historischen Industrieareals. Erst auf den zweiten Blick fällt das raffinierte Filtermauerwerk auf: Die ziegelgroßen, lichtdurchlässigen Durchbrüche in der ansonsten geschlossenen Wandfläche, die im Innenraum einen gefilterten, effektvollen Tageslichteinfall bewirken. Hier sind gemeinschaftlich genutzte Außen- wie Innenräume angeordnet, sie verbinden die privaten Wohnungen und bieten den Mietern vielfältige Möglichkeiten – ob Fahrradwerkstatt, Partyterrasse, Kinderspiel- oder Stellplätze.

Das Wohnungsangebot spricht unterschiedliche Nutzergruppen an. Die 22 Wohneinheiten verfügen über zwei bis fünf Räume mit gut geschnittenen Wohnflächen von 55 bis 130 m², im Erdgeschoss sind zwei barrierefreien Wohnungen entstanden. Besonders reizvoll sind die vier Fünfraumwohnungen, die als Maisonetten ausgebildet sind und so ein Wohnen auf zwei Etagen ermöglichen. Eine nachhaltige, ökologisch ausgewogene Heizung und Kühlung der Wohnungen mit Erdwärme sowie Stellplätze für E-Mobilität runden das zukunftsweisende Wohnbauprojekt ab.

www.bla-architekten.com

Fotos:

Steffen Junghans

(Erschienen in CUBE Leipzig 01|22)

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