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Natürliche Eckbetonung

Wohnkubus wertet Tor zum Neubaugebiet Bad Nauheims auf

Dort, wo heute ein Gebäude mit acht Wohnungen zwischen 70 bis über 100 m² und einer Bäckerei mit... mehr

Dort, wo heute ein Gebäude mit acht Wohnungen zwischen 70 bis über 100 m² und einer Bäckerei mit Café und Terrasse steht, befanden sich ehemals eine Tankstelle und ein Imbiss. Später dann, während der Landesgartenschau, diente das Gelände als Busparkplatz. Wirklich einladend wirkte das Grundstück, das zwischenzeitlich auch noch als Materiallager diente, nicht. Dabei ist es heute eine markante Stelle – erscheint das Grundstück an der Ecke Frankfurter Straße/Lee Boulevard doch gewissermaßen als Entrée zum Neubaugebiet von Bad Nauheim.

2010 hatte die Bad Nauheimer Wohnungsbaugesellschaft das Gelände erworben. 2011 wurde das Architekturbüro Müller & Kölsch damit betraut, eine architektonische Lösung zu finden. Keine leichte Aufgabe: „Das Gebäude schließt die letzte Lücke in der Straßenrandbebauung. Nach den Wünschen des Bauherren sollte es eine Eckbetonung erzeugen. Die Bebauung der Umgebung ist sehr heterogen hinsichtlich Baustil und Stil-Qualität“, erläutert Architekt Matthias Kölsch. Und er fährt fort: „Außerdem gab es Vorgaben aus einem Bebauungsplan, die nicht zur gewünschten Ausprägung des Gebäudes passten“. Der ursprüngliche Bebauungsplan wurde also geändert und aus dem zunächst vorgesehenen reinen Wohnhaus entstand ein Wohnhaus mit Bäckerei im Erdgeschoss.

„Leitgedanke bei unserer Planung war, dass ein geschlossener Gebäudeteil mit Rasterfassade entstehen sollte, der die Wohnungen beherbergt und auf einem dunklen Sockelgeschoss zum Ruhen kommt. Abgerückt von der vielbefahrenen Hauptstraße sollte das Wohnen so wenigstens etwas aus der Lärm- und Schmutzzone herausgehoben werden“. Dabei wurde die Eckbetonung des Gebäudes nicht durch Erker, Vorbauten oder Ähnliches erzeugt, sondern ergab sich gewissermaßen natürlich aus dem Baukörper.

Die Architekten entschieden sich für eine helle Putzfassade, damit eine homogene Fassadenstruktur entsteht. „Nur die Trennung Sockel zur Straße und aufgesetztem Wohnkubus sollte primär sichtbar sein“, hebt Kölsch hervor.

Während der Planungszeit änderte sich außerdem die Nutzergruppe. Die im Neubau entstehenden 3-Zimmer-Wohnungen waren ursprünglich für den freien Wohnungsmarkt vorgesehen. Eines der Ziele der Stadt ist jedoch, Bad Nauheim – wo unter anderem ein Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung angesiedelt ist – als Wissenschaftsstandort zu profilieren. So wurde die Idee entwickelt, dass in diesem Neubau kleine Einheiten und WGs für junge Wissenschaftler entstehen sollten. Die Architekten passten ihre Pläne daher so an, dass diese Wohnformen am Entrée zum Neubaugebiet realisierbar sind.

www.mueller-koelsch.de

Architekten: ArchitektenMüller & Kölsch www.mueller-koelsch.de Fotos: Jörg Hempel... mehr

Architekten:

ArchitektenMüller & Kölsch
www.mueller-koelsch.de

Fotos:

Jörg Hempel
www.joerg-hempel.com

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