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Naturnah Lernen und Spielen

Der Kindergarten Apfelbäumchen in Berlin-Grünau

Von so viel Platz wie am grünen, locker bebauten Südrand von Berlin können die Kindergartenkinder... mehr
Von so viel Platz wie am grünen, locker bebauten Südrand von Berlin können die Kindergartenkinder in der Innenstadt nur träumen: 5.000 m² groß ist das mit großen alten Bäumen bestandene Grundstück, auf dem die evangelische Gemeinde Bohnsdorf-Grünau nach Plänen des Architekten Karl Heinz Winkens den Neubau ihres Kindergartens errichtete. Ein kleiner Hügel grenzt das Grundstück zur Straße hin ab.

Gewünscht war ein Gebäude mit einer größtmöglichen Nutzfläche und ausgeprägtem Bezug zum grünen Außenraum, das das pädagogische Konzept eines naturnahen Lernens und Spielens unterstützt. Der Architekt entwarf ein gestrecktes, eingeschossiges Gebäude, das als „flaches, ruhendes Haus ganz in der Landschaft aufgeht“, so Winkens. Bodenständig in den Materialien, aber stringent in der Form, bettet es sich in die vorgefundene Topographie ein. 750.000 Euro kostete der Kindergarten inklusive Einrichtung und aller Nebenkosten.

Das rötlich braune Ziegelmauerwerk sitzt als Vorsatzschale mit Dämmung vor einer Wand aus Kalksandstein. Massiv gemauert sind nur die Wände der Längsseiten und die Umfassungsmauern des Mehrzweckraums, die übrigen Wände einschließlich der holzverschalten Wände an den Terrassen errichtete man in Holzständerbauweise. Damit bildet die rundum holzverkleidete Terrasse das räumliche Bindeglied zwischen Schale und Kern – also der steinernen Außenseite und dem von Holz geprägten Innenräumen des Gebäudes. Der für die Fassade verwendete Ziegel „Gent“ des Herstellers Hagemeister ist 29 cm lang aber nur 5 cm hoch; ein flacher, langer Stein, der die Quaderform des Gebäudes in Bild und Textur der Fassade wiederholt.

Um möglichst wenig von den 380 m² Nutzfläche an Verkehrsflächen zu verlieren, gibt es nur ein bescheidenes Foyer. Von hier aus gelangt man nach links in den Kindergarten und nach rechts in den Bereich der Krippe, die räumlich gespiegelt und jeweils über eine zentrale Garderobe erschlossen sind. Den Mitteltrakt bilden das Foyer, Nebenräume und ein großer, dem Foyer gegenüber liegender Mehrzweckraum. An beiden Stirnseiten schließt das Gebäude mit bedachten Außenterrassen ab, so dass die Kinder auch bei wechselhaftem Wetter eine geschützte Spielfläche an der frischen Luft nutzen können. Auf der Terrasse der Krippe steht in einer aus den Bodenplanken ausgesparten Öffnung der namensgebende Apfelbaum. Eine weite Öffnung im Dach wird es dem Bäumchen erlauben, Jahr für Jahr weiter über das Haus hinaus zu wachsen. Mit dieser Idee gelang dem Architekten ein poetisches Bild zum Thema des Heranwachsens; und an dem Baum erleben die Kinder sinnlich die Jahreszeiten und die stetig wiederkehrenden Zyklen von Werden und Vergehen.

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