Alte Brauereien mit neuem Leben

Berlin war einmal die Bierhauptstadt Deutschlands

Die burgähnliche Brauerei, heute bekannt als Kulturbrauerei, gehörte einst dem Schultheiss-Imperium. Ihre Anfänge hat sie Mitte des 19. Jahrhunderts. Ende des 19. Jahrhunderts gab der Architekt Franz Schwechten dem rund 25.000 m2 großen Ensemble einen einheitlichen Stil nach dem Vorbild einer mittelalterlichen Burganlage, die bis heute erhalten ist. Nach dem Mauerfall erfolgte der Umbau zur Kulturbrauerei mit Kinos, Theatern, Konzertsälen, Museen, Verlagen und Restaurants. Im Zuge des Denkmalschutzes wurden alle originalen Gebäudebeschriftungen wiederhergestellt. Der Franz-Club, den es schon zu DDR-Zeiten gab, heißt jetzt frannz Klub.

Auch Moabit hat nun eine Shopping-Mall. Die Besonderheit: die Mall liegt zum Teil in den denkmalgeschützten Mauern der alten Schultheiss-Brauerei, die 1871 erbaut wurde. Es gab Platz für Bierkutscher in Remisen, ein großes Sudhaus, einen Festsaal mit Kronleuchtern und riesige Gebäude für den Brauprozess und die Lagerung des Gerstensaftes. 1913 war Schultheiss die größte Lagerbierbrauerei der Welt, man zählte 2.800 Angestellte. Im Laufe der Zeit wurde die Brauerei immer wieder umgebaut. Das älteste noch erhaltene Gebäude ist das Sudhaus mit den sich nördlich anschließenden Kellereien, deren Bogengewölbe noch erhalten sind. 1980 wurde der Betrieb eingestellt, dann zogen eine Squashanlage, ein Billardsalon, ein Tapetengeschäft, ein Asia-Laden und Autowerkstätten in die Anlage. Die alten Garagen für die Kutschen und die Brauereigäule auf der Hinterseite des Grundstücke wurden zu lichten Ateliers für Künstler und Kreative umgebaut, von denen es in Berlin ja bekanntlich mehr als genug gibt.

Schon 1829 wurde am Südhang des Kreuzberges ein Biergarten eröffnet, Tivoli genannt. 1857 wurde dann die Berliner Brauerei-Gesellschaft Tivoli gegründet. Im Anschluss entstanden riesige Brauereigebäude aus Ziegelstein. Schultheiss übernahm 1891 Tivoli und erweiterte die Anlage. Bomben des Zweiten Weltkriegs beschädigten die historischen Gebäude stark. 1999 wurde dann der Grundstein für das Viktoria-Quartier gelegt. Es entstanden Wohnungen, Penthouses, Lofts, Büros und Ateliers.

Fotos:

Dirk Engelhardt
www.dirkengelhardt.info

(Erschienen in CUBE Berlin 02|19)

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