Ganzheitlich nachhaltig

Einem Studierendenwohnheim gelingt die Symbiose von Architektur, Haustechnik und Nutzern

Studentenwohnheim-Projekt-42-Bonn_raum-fu-r-architektur-1-_700pixel

Ökologisches Bauen, das sich nicht nur mit dem Label schmückt, sondern Nachhaltigkeit wirklich ganzheitlich auf allen Ebenen umsetzt, gilt als die Zukunft des Bauens. Dass das nicht zwangsläufig mit einem horrenden Baukostenaufschlag einher gehen muss, zeigt als Best-Practice-Beispiel das Projekt 42! in der Bonner Weststadt – ein Studierendenwohnheim, das vom Büro raum für architektur aus Wachtberg für einen privaten Bauherren zu einem Low-Budget von unter 1.500 €/m² entwofen und realisiert wurde. Ein ganzheitlicher Architekturansatz prägt dabei das Entwurfskonzept: Allein durch die optimierte Gebäudehülle sollte der Technikaufwand für Heizung, Belüftung und Kühlung auf ein notwendiges Minimum reduziert werden. Zugleich sollten Baumaterialien zum Einsatz kommen, die am Ende des Lebenszyklus sortenrein getrennt und der Kreislaufwirtschaft wieder problemlos zugeführt werden können.

Das fünfgeschossige Gebäude mit 32 Ein- bis Zweizimmerapartments schließt eine frühere Baulücke. Mit Ausnahme des zentralen Treppenhauses wurden alle Außen- und Innenwände in einer ökologischen Holzständerbauweise mit Hölzern aus regionaler nachhaltiger Forstwirtschaft ausgeführt. Die seitlichen Brandwände zu den Nachbarhäusern konnten – eine deutsche Premiere – zudem als Massivholzmauern realisiert werden. In das gesamte Skelett und das Sparrendach wurden schließlich eine Zellulosedämmung aus recyceltem Zeitungspapier eingeblasen. Akustisch optimiert sind die Etagendecken aus Holz-Beton-Verbund. Die Fassade wurde mit photokatalytischen und daher selbstreinigenden Holzfaserbetonplatten ausgeführt, wobei die Paneele der Photovoltaikanlage gleich mit integriert werden konnten. Auch die im Innenausbau eingesetzten Materialien wurden nicht allein nach ästhetischen, sondern auch Recycling-Kriterien ausgewählt. Überraschend minimal konnte die haustechnische Anlage dimensioniert werden: Eine Kleinstwärmepumpe von 2,3 kW – eine Leistung, die der eines elektrischen Föhns entspricht! – wurde mit einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kombiniert, die eine Wiederverwendung von bis zu 84 Prozent der verbrauchten Heizwärme ermöglicht. Gespeist wird sie allein über die Photovoltaikanlage und einem Batteriespeicher, der das Haus das ganze Jahr über mit Allgemein- und Haushaltsstrom versorgt. Ebenso wird das Regenwasser gesammelt und für die WC-Spülung wiederverwendet. Damit der Betrieb des KfW-40-Plus-Passivhauses auch zu Spitzenzeiten reibungslos funktioniert, gibt es eine Smart Home-Steuerung, die u. a. die Lüftungsgewohnheiten der Bewohner analysiert und den Nutzern ein direktes Feedback zu Optimierungspotenzialen gibt. So entsteht ein eingespieltes System, das Effizienz und Nachhaltigkeit auch ganz praktisch miteinander verbindet.

www.raum-fuer-architektur.de

Fotos:

Ives Paduch

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 03|21)

Nothing found.

Die Schönheit des Backsteins

Materialität, Formensprache und gestalterische Poesie prägen dieses Wohnhaus

Zurück auf Anfang

Gründerzeitvilla wird wieder zum Einfamilienhaus

Weniger Fensterrahmen, mehr Tageslicht

Fenster mit schlanken Rahmen wirken ästhetischer und lassen deutlich mehr Tageslicht ins Innere strömen

Fließende Raumerfahrung

Eine Villa auf schmalem Hanggrundstück öffnet sich großzügig zum Tal

Nothing found.

Behutsam ergänzt

Das Bonner Haus der Geschichte hat auch seine öffentlichen Begegnungsflächen modernisiert

211124003_15_700pixel

Projizierte Interferenzen

Die Physikalischen Institute der Universität Köln haben einen neuen Erweiterungsbau erhalten

Clara-Rllinghoff_DSC0098_15_700pixel

Herausforderung Hanggarten meistern

Hanggrundstücke sind beliebt zum Bauen. Gärtnerisch brauchen sie eine Meisterhand

07_Bstr_WB_0689_15_700pixel

Neu zoniert und inszeniert

Aus zwei Wohneinheiten wird ein Wohnraum mit individuellen Einbaulösungen

CHILL_Mood-1_15_700pixel

Individuelle Lösungen

Das Kölner Label Wood U? steht für Möbel und praktische Wohnaccessoires

maar_trintkreuder__-R-_Christian_Richters_Aussenansicht_19_700pixel

Behutsam Umgewidmet

Das historische Gut Maarhausen bei Heumar ist heute ein attraktiver Firmenstandort

Repräsentativ & gemeinschaftlich

Eine Kanzlei in Longerich setzt auf Team- und Networking im Office-Design

014_190926_HausD6_AretzDu-rr_Wohnhaus_Oberberg_Deutschland_15_700pixel

Ganz einfach nachhaltig

Stahl, Glas und Holz vereinen sich in einem transparenten Familienzuhause