Praxis im Gartengeschoss

Herausfordernder Umbau mit zahlreichen Hürden

Ein denkmalgeschützter Status lag bei diesem Projekt zwar nicht vor, dennoch stellte die Sanierung einer seit 30 Jahren leerstehenden Fläche im Gartengeschoss eines 1904 errichteten Gebäudes das Planungsteam des Merakitects Studios, das für den Entwurf verantwortlich zeichnet und den Umbau vollumfänglich betreute, vor eine Reihe unvorhersehbarer Herausforderungen.

Auftraggeber war Lvate Face Aesthetics – eine Praxis für minimalinvasive Behandlungen, mit der das Büro bereits seit der Gründung eng verbunden ist. Aus einer gemeinsamen Konzeptentwicklung in Workshops entstand eine enge Partnerschaft, die letztlich zum Auftrag in Düsseldorf führte. Bereits zu Beginn offenbarte der Altbau gravierende Mängel: Die linke Gebäudeseite war unzureichend abgedichtet, sodass die Planer den Gehweg öffnen und eine neue Hohlkehle einbauen mussten. Leitungen für die oberen Etagen waren ungeschützt unter der Decke verlegt – brandschutztechnisch ein Problem, das durch fast 60 nachträglich eingebaute Brandschotts auf der rund 200 m² großen Fläche behoben wurde. Weitere Schwierigkeiten waren eine gebrochene Abwasserleistung, unebene Böden, die durch Nivellierung ausgeglichen wurden sowie ein unzureichender Wandaufbau. Auf dem Kalkstein war kein mineralischer Putz vorhanden, sodass zunächst alte Schichten entfernt und anschließend ein neuer Kalkputz aufgetragen werden musste. Der Entwurf verfolgte die Grundidee, einen Ort der Ruhe zu schaffen, der sich bewusst von der Hektik der Stadt abgrenzt. Da das Gartengeschoss nicht viel Tageslicht erhält, wurden mit hellen Farben Leichtigkeit und Offenheit in die Räume gebracht. Historische Holzfenster und Eingangstüren konnten erhalten und aufgearbeitet werden. Ergänzt wurde dies durch eine neue Terrassentür im Stil der bestehenden Fenster. Ein besonderes Augenmerk lag auf maßgefertigten Einbauten. Dabei wurden hochwertige Materialien und Designklassiker sowie Naturstein und Marmor verarbeitet. Die technische Ausstattung wurde mit derselben Sorgfalt umgesetzt – von der Dali-Steuerung der Beleuchtung bis hin zu einer Klimaanlage, die unsichtbar in die Abhangdecken integriert wurde und die Fläche unabhängig von den oberen Etagen versorgt. Die Planungsphase dauerte rund drei Monate; der Bau selbst zog sich aufgrund der zahlreichen Überraschungen auf der Baustelle über sieben Monate hin. Heute empfängt die Praxis in Düsseldorfer Rheinlage ihre Gäste in einem Ambiente, das historische Substanz und zeitgenössisches Interieur zu einer harmonischen Einheit verbindet

www.lvate.de
www.merakitects.studio

 

Fotos:
Jan Kaiser
www.jankaiser.eu

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 04|25)

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