Alt und Neu klar erkennbar

Kleinteiliger Bestandsgrundriss wandelt sich zu fließenden und offenen Wohnräumen

Bei der Modernisierung eines Bestandshauses aus den 1920er-Jahren sollten Außen- wie Innenräume formal reduziert gestaltet werden und die Materialien Wärme sowie Authentizität ausstrahlen. Die Kubatur des Bestandsgebäudes in die zwei Bereiche Kubus und Sockel zu gliedern, ist die Leitidee des Entwurfs von Patrick Harnisch Architekten. Dabei nimmt der Kubus die Hauptwohnräume in den oberen beiden Etagen auf, der Sockel die Nebenräume und die Einliegerwohnung. Nach außen sichtbar trennt der über dem Sockel auskragende Kubus die beiden Bereiche voneinander ab. Der offene und fließende Grundriss der Wohnetage ist nur durch Einbaumöbel und eine Sichtbetonwand zoniert. Dahinter befindet sich die als langes durchlaufendes wandhängendes Sideboard konzipierte Küche mit Blick in den Patio. Einen stützenfreien Raum ohne Unterzüge zu realisieren, war angesichts des kleinteilig organisierten Bestandsgrundrisses durchaus herausfordernd. Nun sind an statisch relevanten Punkten die Lasten mittels Zugstäben nach oben gehängt und der Stahlbetonüberzug auf dem Dach verteilt sie auf die Außenwände. An der Straßenseite grenzt das Wohnhaus unmittelbar an den öffentlichen Raum. Dem Wunsch nach mehr Privatheit entsprechend zeigt sich die Fassade weitestgehend geschlossen und verglaste Flächen sind auf das Wesentliche reduziert. Vorgehängte feine Lamellen aus Eichenholz schützen vor Einblicken und gliedern die Fassadenflächen. Zur Stadt öffnet sich das Haus und gibt durch großflächige Fensteröffnungen den Blick auf die beeindruckende Szenerie frei.

Alt und Neu klar zu trennen war ein wichtiger Aspekt der Gestaltung. Neue Teile, Materialien und Bereiche sind eindeutig als solches erkennbar. Auch finden sich Materialien vom Außenbereich im Interior wieder und verknüpfen die Bereiche zu einer Einheit. Holzlamellen, die in der Fassade einen Sichtschutz zum öffentlichen Raum bieten, finden sich im Innenbereich als Möbelfronten wieder. Sichtbeton bildet Gartenmauern sowie eine tragende Wand im Eingangsbereich und zeigt sich als statisch wirksamer Raumtrenner im Erdgeschoss. In Zusammenarbeit mit Spezialisten von PSLab erarbeiteten die Architekten ein Lichtkonzept, das sowohl funktional technische als auch atmosphärische Aspekte berücksichtigt. Wandleuchten verteilen sanftes Licht nach oben und unten auf Wandflächen. In einzelnen Bereichen sind blendfreie Bodenstrahler verbaut, die Licht von unten nach oben in die Räume abgeben und optisch im Raum Akzente setzen.

www.patrickharnisch.de

Fotos:

Patrick Harnisch Architekten

(Erschienen in CUBE Stuttgart 03|21)

Architekten:

Patrick Harnisch Architekten
www.patrickharnisch.de

Fenster:

Fensterbau Schmid
www.schmidfenster.de

Fußbodenheizung:

Giese
www.giese-stuttgart.de

Küche:

Bühler Innenausbau
www.buehler-innenausbau.de

Waschtisch:

Herbert Tittel Bau- und Möbelschreinerei
www.schreinerei-tittel.de

Leuchten (innen):

PSLab Stuttgart
www.pslab.lighting

Innentüren:

Jeld-Wen
www.jeld-wen.de

Heizung:

Schlüter Bekotec
www.bekotec-therm.de

Fliesen:

Verde 1999
www.verde1999.com
Häcker
www.haecker-stein.de

Schalter:

Meljac
www.meljac.com

Küche/Küchengeräte:

Smeg
www.smeg.de
Miele
www.miele.de
Bosch
www.bosch.de

Armaturen:

Cocoon
www.bycocoon.com
Franke
www.franke.com
Vola
www.vola.com

Sanitär:

Apla Mineralwerkstoff
www.apla.de

Mobiliar:

Flexform
www.flexform.it
Knoll Internationa
www.knoll-int.com
Vitra
www.vitra.com
Bolia
www.bolia.com

NOA_Noa-outdoor-living-opening_58_19_700pixel

High-End Outdoor Living

Der Inspirationspark „NOA Outdoor Living“ vereint 30 Marken in 12 Mustergärten

Wie ein Ruhepol

Einfamilienhaus mit reduzierter Formgebung und sparsamem Materialmix

Zeugnisse der Zeit

Historisches Wohnhaus erwacht aus dem Dornröschenschlaf und überrascht mit modernem Dachneubau

a&w München 2024

Es ist fast wieder soweit

Die exklusivste Veranstaltung für Architekt*innen und Innenarchitekt*innen macht am 5. & 6. Juni wieder in München Station.