Das flambierte Haus

Ein Hybridbau mit einem Erdgeschoss in Massivbauweise und dem leichten, in Holzständerbauweise errichteten Dachgeschoss auf seiner Betondecke – die sogenannte „Holzschatulle“

5867_15_700pixel

Der Haupteindruck, der sich beim Näherkommen einstellt, ist der eines dunklen, fast schwarzen Holzhauses, das unmittelbar an ein Kieferwäldchen angrenzt. Es steht nahe der südöstlichen Stadtgrenze Berlins in Schulzendorf. Eine vierköpfige Familie musste wegen eines Arbeitsplatzwechsels von Süddeutschland nach Berlin umsiedeln, fand ein geeignetes Grundstück für ihr neues Wohnhaus und mit der Berliner Architektengruppe Transstruktura die geeigneten Architekten, mit denen ein Konzept für dieses schmale, langgezogene Grundstück entwickelt wurde. Eine ehemalige Obstwiese, angrenzend an den für die Gegend typischen Kiefernwald, wurde in drei Baugrundstücke unterteilt – so ergab sich das etwas schwierige Längen- und Breitenverhältnis des Bauplatzes, an das sich der Entwurf anpassen musste. Das Haus ist 15 m lang und nur 7,5 m breit, dennoch beträgt die Wohnfläche 185 m². Da es von giebelständigen Satteldachhäusern umgeben ist, musste optisch dieser Nachbarschaft entsprochen werden. Das Ergebnis ist ein Hybridbau mit einem Erdgeschoss in Massivbauweise und dem leichten, in Holzständerbauweise errichteten Dachgeschoss auf seiner Betondecke – die sogenannte „Holzschatulle“.

Der Grundriss des Gebäudes wurde durch eine durchgehende zweigeschossige Mittelwand aus Sichtbeton in zwei Teile getrennt – in einen schmalen für die Erschließungsräume und einen breiteren Teil für die Aufenthaltsräume. Da die Trennwand bis zur Firstpfette reicht, ergibt sich ein asymmetrisches Satteldach, das sich den Nachbarn in Gestalt einer zeitgemäßen Variante angleicht. Der lange durchgesteckte Hauptraum im Erdgeschoss ist nach beiden Seiten orientiert – zur kopfsteingepflasterten Allee im Süden und zum kleinen Garten im Norden zum Wald hin. Der Wohnbereich wurde etwas tiefergelegt, um ihn als geschützten Ort zu markieren. Der Eingang liegt in einer Nische auf der Vorderseite. Von hier gelangt man in die Diele und über eine Betontreppe in das Obergeschoss. Dies wurde vorausschauend so konzipiert, damit später eine Teilung in zwei autarke Bereiche möglich ist. Für die Holzverschalung des Dachgeschosses wählte man die alte japanische Methode des Karbonisierens, bei der zur Konservierung des Holzes die Bretter angesengt werden. Es ergeben sich dabei vielerlei Farbschattierungen von silber bis tiefschwarz schimmernd, denen das Haus seinen eigenen ungewöhnlichen „Look“ verdankt. Das Sockelgeschoss ist dementsprechend ebenfalls dunkel, fast schwarz mit einem Außenputz in Besenstrichtechnik „verkleidet“.

www.transstruktura.com

(Erschienen in CUBE Berlin 02|20)

Architekten:

Transstruktura
www.transstruktura.com

Massive Außenwand:

Silka Mauerwerk
www.ytong-silka.de

Holzschalung Fassade:

Mocopinus
www.mocopinus.com

Zimmermann:

Holzsysteme & Dachbau Guhn
www.holzsysteme-guhn.de

Fenster- und Türenbau:

Tischlerei Ludwig & Burian
www.tischlerei-barnim.de

Schlosser:

Juliwerk Justus Lippke
www.juliwerk.de

Elektro:

Elektro – Tenzer
www.elektro-tenzer.de

Fenster, Sonnenschutz:

Velfac
www.velfac.de

Beschläge:

FSB
www.fsb.de

Armaturen:

Vola
de.vola.com

WC und Zubehör:

Villeroy & Boch
www.villeroy-boch.de

Waschbecken:

Alape
www.alape.com

Fotos:

Klemens Renner
www.klemensrenner.com

Nothing found.

HH_0425_AndLichtdesign für eine Galerie

Lichtdesign für eine Galerie

Zeitgenössische Kunst trifft jahrhundertealte Architektur

Arbeitswelten mit Teehaus

Arbeitswelten mit Teehaus

Funktionaler Minimalismus nach der Japandi-Philosophie

LATZ FÜR KLEINE ENTDECKER

Platz für kleine Entdecker

Harmonische Erweiterung einer Kindertagesstätte

Verblüffende Wandlung

Verblüffende Wandlung

55 Jahre später: Grundlegende Veränderung eines klassischen Zweifamilienhauses von 1968

Nothing found.

c_undjurekbru-ggen-kosa_6_15_700pixel

Das Jahreszeitenhaus

Mal größer, mal kleiner – ein Haus, das je nach Witterung wächst oder schrumpft

Abb_04_Hufeisenteich_mit_Stauden-und_Rasenfla-c-hen_2011_19_700pixel

Gartendenkmal Hufeisensiedlung

Grünanlage steht jetzt unter Ensembleschutz

190923MUHS_94_15_700pixel

Wohnen im Wald

Am Tiroler Damm entstanden von 2015 bis 2019 fünf Wohnhäuser mit insgesamt 95 Wohnungen.

Spannende Transformation

Aus 2 mach 1 – Apartment Berlin X eröffnet neue, großzügige Freiräume

Hoch hinaus

Zugewinn an Büro- und Wohnflächen durch Neubau und vertikale Erweiterung

Bb6_3_10_700pixel

Geburt einer Hinterhofidylle

Neubebauung schafft zusätzlichen Wohnraum

D19-D16-Bode-Hofmann-Timm-15_15_700pixel

Garten der kurzen Wege

Moderne Gartenarchitektur trifft auf traditionelle Baukultur

Wilmina-Hotelhof-Fassade_PP-1910-20_-C-Wilmina_pp_19_700pixel

Im Kittchen sind noch Zimmer frei

Ein Gefängnis verwandelt sich in ein Hotel – und ein Gericht wird zum Kunst- und Kulturraum