Freies Spiel von Farbe und Fassade

Der Neubau des Heinrich-Mann-Gymnasiums in Volkhoven besticht durch Kompakt- und Offenheit

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Steigende Schülerzahlen zogen für das Heinrich-Mann-Gymnasium in Volkhoven einen zusätzlichen Bedarf an Fachräumen für Kunst und Naturwissenschaften, einem Ganztagsbereich und einer neuen Mensa nach sich. Klein + Neubürger Architekten aus Bochum haben einen ergänzenden Neubau entworfen und realisiert, der transparente Offenheit ausstrahlt und fließend in den Außenbereich übergeht.

Das Gebäude, das insgesamt 4.000 m² Bruttogeschossfläche umfasst, nimmt die Fluchten des bestehenden Hauptgebäudes entlang des Fühlinger Weges auf. Aus dem kompakten Volumen des Ganztagsbereiches verspringt dabei direkt der Baukörper der Mensa, sodass ein neuer gemeinsamer Eingangsvorplatz entsteht. Auf den topografischen Geländeverlauf des Grundstückes wird zugleich mit der Ausbildung eines Split-Level-Geschosses reagiert: Eine der Mensa vorgelagerte, überdachte Terrasse mit Sitzstufen vermittelt zwischen den unterschiedlichen Schulhofniveaus und erweitert den Kantinenraum in den Außenbereich des Schulhofes. Das Ganztagsgebäude ordnet die Aufenthaltsräume im Erdgeschoss an, Klassenräume sowie Förder- und Lehrerarbeitsräume befinden sich dagegen im Obergeschoss. Kommunikativer Dreh- und Angelpunkt des Neubaus ist der großzügige Treppenraum, der das Gebäude des Ganztagesbereiches mit dem der Mensa verbindet: Vielfältige Raum- und Blickbeziehungen ergeben sich hier zwischen beiden Nutzungsbereichen. Der Neubau ist in Massivbauweise in Sichtbeton geplant, wobei Stützen- und Wandabstände sowie die Geschosshöhe nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimiert wurden. Speziell der Kantinenraum wird von einer als Flachdecke ausgebildeten Betonkonstruktion überdeckt, die als auskragendes Vordach die vorgelagerte Terrassen- und Treppenanlage überspannt. Die Fassade wird umlaufend aus großformatigen, bodentiefen Holz-Aluminium-Fenstern gebildet, die im Wechsel mit gleichgroßen Aluminiumtafeln ein freies Fassadenspiel erzeugen. Anthrazitfarbene Keramiktafeln rahmen die elementierte Fassade zum Dach und an den Seitenfronten.

Im Innenbereich dominieren Sichtbeton als Wandoberfläche und Parkett, Werk- oder Naturstein als Bodenbelag. Holzeinbauten setzen punktuelle Akzente. Durch ihre natürlichen bzw. soliden Oberflächen tragen die Materialien zu einer angenehmen Raumwirkung und einer wirtschaftlichen Bauunterhaltung bei. Besonders hervorzuheben ist zudem die ganzheitliche Planung, die bis in die Einbauten und die Farbgestaltung hinein verfolgt wurde. Speziell das Farbkonzept setzt im gesamten Gebäude gestalterische Akzente und ermöglicht Orientierung. Der Neubau wurde nach neuestem Stand der Technik nach einem effizienten und kostengünstigen Klimakonzept geplant. Er ist mit einer Nachtauskühlung ausgestattet und im Passivhausstandard realisiert. Auf dem Dach wurde eine große Photovoltaikanlage installiert.

www.klein-neubuerger.de

Fotos:

Jürgen Schmidt
www.juergen-schmidt-fotografie.de

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 04|20)

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