Ändern künftige Mobilitätskonzepte das Stellplatzaufkommen bei Bauvorhaben?

Ein Interview mit Marian von Mitschke-Collande

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Mit Shared Mobility und dem Umstieg auf (E-)-Fahrräder wird das Auto auf absehbare Zeit in Städten immer mehr an Bedeutung verlieren. Auf Dauer wird es auch weniger oder andere Parkplatzbedürfnisse geben. Stimmt das? CUBE fragte bei einem aktuellen Münchner Bauprojekt nach. Bis Ende 2024 entwickelt die Giesecke+Devrient Immobilien Management GmbH am Stammsitz von Giesecke+Devrient in der Prinzregentenstraße den 42.000 m² großen Gewerbe-Campus DER bogen – ein Ensemble mit hohem architektonischen und städtebaulichen Anspruch. Der Entwurf des Münchner Architekturbüro HENN für den 1852 gegründeten Weltkonzern sieht zwei skulpturale Gebäude vor, die in Form eines unendlichen Loops miteinander verschränkt sind und vielseitig nutzbare Büroflächen, grüne Innenhöfe, Einzelhandel und Gastronomie bieten. Für das Interior entwarf Matteo Thun ein außergewöhnliches Design-Konzept.

CUBE: Wie wichtig sind heutzutage (Mitarbeiter-) Parkplätze bei der Konzeptionierung eines Neubauvorhabens?

Marian von Mitschke-Collande, geschäftsführender Gesellschafter der Bauherrin DER bogen GmbH & Co. KG: Das hängt davon ab, wer in die Immobilie einziehen soll. Kanzleien beispielsweise haben oft eine klassische Unternehmenskultur. Sie legen Wert auf feste Parkplätze. Für Start-ups oder Technologiekonzerne sind am Bürostandort dagegen eine gute ÖPNV-Infrastruktur, Car-Sharing-Angebote und Fahrradstellplätze wichtiger.

Gibt es bei Ihrem Neubauvorhaben neue Ideen zu Stellplätzen für PKW/Mitarbeiterparkplätze und welche wurden umgesetzt?

Marian von Mitschke-Collande: Mit unserem Business-Campus „DER bogen“, den wir in München-Bogenhausen bauen, sprechen wir konventionelle und unkonventionelle Unternehmen an. Deshalb setzen wir auf einen Mix und bauen insgesamt 400 Stellplätze für Pkw und 300 für Fahrräder.

Die Parkplätze stehen den Mietern 24/7 zur Verfügung. An Wochenenden, Feiertagen und nachts können sie auch von Nachbarn genutzt werden. Die Auslastung der Garage wird über ein digitales Parkleitsystem gesteuert. Die Reservierung der Stellplätze ist über eine App möglich – und zwar zu dem Zeitpunkt, zu dem sie tatsächlich benötigt werden. Auf diese Weise kann der Vermieter seine Tiefgarage zu 100 Prozent auslasten. Würde er die Stellplätze nur fest an Personen vermieten, wäre dies nicht möglich.“

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