Zeitgenössischer Nutzungsmix

Das Basecamp steht für die Transformation der Dortmunder Innenstadt

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Das in bester Innenstadtlage Dortmunds auf dem Areal eines leerstehenden Kaufhauses errichtete Basecamp verdeutlicht den zeitgenössischen Funktionswandel des urbanen Raums vom stationären Handel zum vielseitigen Wohn- und Freizeitstandort. Hier wird studentisches Wohnen mit einem Hotel und Gewerbeflächen kombiniert.

Im historischen Umfeld von Reinoldikirche und Brückstraße sowie der Dortmunder Haupteinkaufsstraße und Kulturmeile trägt das Basecamp zur städtebaulichen Neufassung des Platz von Leeds bei, belebt die City und wirkt sich strukturell positiv auf das Brückstraßenviertel aus. Der Baukörper fügt sich mit seiner hellen Klinkerfassade harmonisch in das hybride Stadtbild entlang der Kampstraße ein. Abgeschrägte Fensterlaibungen lassen das quadratische Raster der Lochfassade lebendig wirken und verleihen dem 100 Meter langen Gebäuderiegel plastische Tiefe. Das leicht zurückspringende Erdgeschoss ist als gläserner Sockel ausgebildet. Zur Straßenseite hin leitet ein Kolonnadengang witterungsgeschützt zum Haupteingang, der durch eine gläserne, in die Fassade versenkte Fuge betont wird. Resultierend aus einem Knick in der Baulinie entsteht mit der Fuge eine Aufweitung der Innenerschließung, die zugleich vielfältige Ein- und Ausblicke ermöglicht. Die Fuge zieht sich als versetzt angeordnete Bruchstelle kontrastreich durch alle Geschosse. Bis zum fünften Obergeschoss gewährt sie einen Ausblick zur Reinoldikirche sowie Einblick in die Gemeinschaftsflächen des Basecamp. Hierzu gehören der Lobbybereich im Erdgeschoss und in den höheren Etagen ein Fitnessstudio, ein Kinosaal, Coworking-Flächen und Waschküchen. Im Obergeschoss setzt sich die gläserne Fuge in östliche Richtung als bodentiefe Verglasung fort und bietet von der Rooftopbar aus einen Panoramablick auf die City. Die 450 Zimmer des Basecamp sind in einer Kammstruktur um drei Innenhöfe angeordnet. Im Erdgeschoss befinden sich neben Laden- bzw. Gastronomieflächen die Lobby für das studentische Wohnen sowie für den Hotelbetrieb. Vom ersten bis zum sechsten Obergeschoss sind die vollausgestatteten Studentenappartements und Hotelzimmer angeordnet. Je acht bis 12 Studentenzimmern steht eine Gemeinschaftsküche auf demselben Geschoss zur Verfügung. Studentenzimmer mit integrierter Kitchenette ergänzen das Wohnangebot. Im Untergeschoss stehen 190 Abstellplätze für Räder sowie 33 in einer Tiefgarage zur Verfügung. Durch die Abtreppung der Fassade auf der Rückseite des Gebäudes entsteht ein System gestaffelter Terrassen. Die bislang eher dunkle und enge Gasse Hohe Luft erfährt hierdurch eine bessere Belichtung und mehr Weite.

www.gerberarchitekten.de

Fotos:

Hans Juergen Landes
www.landesfoto.de

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 01|23)

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