Lässig und pragmatisch

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Das Berliner Architekturbüro dreigegeneinen erhielt den Direktauftrag, mitten in Altona leerstehende Praxisflächen in einer ehemaligen Sargfabrik zu modernen Co-Working-Flächen umzuwandeln. Auf über 1.300 m² Nutzfläche entstanden Räume für ein Startup-Hub. Die Flächen des Bestandsgebäudes aus den 1980er Jahren in der Schomburgstraße wurden umfassend, aber behutsam an die neue Nutzung angepasst sowie um zwei Geschosse aufgestockt. Der Grundgedanke war – auch im Sinne der Nachhaltigkeit – den zweigeschossigen Bestand mit all seinen Eigenarten weitestgehend zu erhalten und in seinem Charakter weiterzuentwickeln. Deshalb folgt die Aufstockung der Gliederung des Bestandbaukörpers in seiner konstruktiven und gestalterischen Logik. Die neuen Fassaden greifen das strenge Raster der Bestandsfenster auf.

In seiner äußeren Materialität jedoch hebt sich der Aufbau als deutlich aufgesetztes kubisches Volumen stark vom Sockel ab. Eine karbonisierte Lärchenschalung (von Mocopinus) steht hier im Kontrast zur hell verputzten Bestandsfassade. Bei der jahrhundertealten japanischen Yakisugi Methode verkohlt Holz kontrolliert. Die Oberfläche wird dadurch versiegelt und widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse gemacht, wodurch das dunkle Holz sich auch als Fassadenverkleidung eignet. Das ehemalige Traufgesims bildet dabei die ablesbare Zäsur zwischen Neu und Alt. Das Staffelgeschoss springt im Raster dreiseitig zurück, wodurch eine großzügige Terrasse entsteht. Die Konstruktion im Innenraum bleibt roh und zeigt sich in ihrer Ursprünglichkeit an der Stahlbetonkonstruktion bis zum ersten Neubaugeschoss sowie der gesamten Holzkonstruktion des Staffelgeschosses aus hölzernen Stützen, Unterzügen und Decken. Ergänzt wird dies um ein speziell abgestimmtes Farb- und Ausstattungskonzept. Ausgehend von den erhaltenen Bestandsfenstern in Türkis, wurde eine komplette Farbpalette aus komplementären Korall- und Blautönen entwickelt. Diese Farbigkeit bildete die Grundlage für die konzeptionell miteinander verbundene Gestaltung der einzelnen Etagen. Die Büroräume entwickeln sich von kleineren Einheiten im Erdgeschoss, zu gemeinschaftlich genutzten, offenen Räumen im Staffelgeschoss, mit dem Ziel der Nutzungsmischung. Der Hub verfügt über einen Aufzug und bietet vier Co-Working-Bereiche, fünfzehn Teambüros, fünf Meetingräume, vier Event- und Workshop-räume, zwei Küchen und eine Dachterrasse. Die kräftigen Farben verbinden alte und neue Räume und fördern Interaktion und Kreativität. Der Eingangsbereich wird durch eine Barista Bar ergänzt und dient somit als zentraler Treffpunkt und Kommunikationsort. 

www.dreigegeneinen.eu

Fotos:

Martin Dziuba Fotografie
www.martin-dziuba.com

(Erschienen in CUBE Hamburg 02|23)

 

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