Konzept schlägt Kommerz

Frizz23: Pionierprojekt für das Kreativgewerbe

mg-20180628-L1064205_15_700pixel

Konzept schlägt Kommerz – das war der Grundgedanke des Projektes Frizz23, dem ersten Neubau für eine gewerbliche Baugruppe. Abgeschaut bei den zahlreichen Wohnungsbaugruppen, bei denen sich viele kleine Bauherren zusammentun, um ein großes gemeinsames Wohngebäude zu realisieren – nur bei Frizz23 eben auf dem gewerblichen Sektor. Das hierfür von der Stadt zur Verfügung gestellte Grundstück befindet sich gegenüber dem Jüdischen Museum und neben der einstigen Blumengroßmarkthalle in Mitte. Erstmals wurde ein Grundstück nicht nach Höchstpreis, sondern nach der Qualität des Konzepts vergeben: Das Berliner Büro Deadline Architekten erhielt den Zuschlag, weil deren Vorschlag, ein Nutzungskonzept ausschließlich für kleinteiliges Gewerbe im Bereich Kunst, Kreativwirtschaft und Bildung, überzeugen konnte. Kleingewerbetreibende haben oft mit der Verdrängung aus dem Zentrum zu kämpfen, dabei ist gerade die gesunde Mischung von Arbeitsplätzen und Wohnen für den urbanen Raum so wichtig. Alle Interessenten, potenziellen Nutzer und selbst die Nachbarschaft wurden in die Planungs- und Entscheidungsprozesse mit einbezogen. „Die Planung mit der Baugruppe verlief relativ zügig“, so Britta Jürgens von Deadline, „besonders wenn man sich das entstandene, architektonisch extrem komplexe Ergebnis ansieht.“ Frizz23 ist ein freistehender Monolith zwischen dem neuen Taz-Gebäude im Westen, dem östlich gelegenen Stadtplatz und der angrenzenden Jüdischen Akademie sowie dem Besselpark im Norden. Seine unterschiedlichen Höhen bilden die Topografie einer Großstadt ab, niedrige und höhere Häuser reihen sich aneinander. Die Hülle ist durch wechselnde Bänder aus karbonisiertem Lärchenholz und Metall zusammengebunden. Das Erdgeschoss ist öffentlichen Räumen vorbehalten, hier gibt es einige Läden und ein Café. Die künftigen Nutzer hatten die Möglichkeit, ihren Raumbedarf genau zu beziffern, sie konnten die Lage der Fenster mitbestimmen und sogar, wo genau die Balkone sitzen sollten. Es gibt höchst unterschiedliche Einheiten von 27 bis 280 m² und sogar mehrgeschossige Maisonettes. Das Gemeinschaftsprojekt war auf der Shortlist des DAM-Preises als eines der 28 besten Gebäude Deutschlands und es war ebenfalls nominiert für den Europäischen Mies van der Rohe Award.

Die Ideengeber von Deadline sehen ihr Ideal von Offenheit und Nutzungsdichte im Gebäude zwar nicht zu 100 Prozent erfüllt, aber angesichts der Pionierhaftigkeit und Komplexität des Entwicklungsprozesses war das auch nicht zu erwarten. Frizz23 ist vielmehr ein erster Schritt zu einem selbstbestimmten Gewerbe-(Neu-)Baustein, und – wie das große Interesse zeigt – ermutigt es, ähnliche Projekte in der Stadt zu realisieren. Anerkennung verdient das Projekt allemal, da es erstmalig ein Baugruppenverfahren für einen Gewerbeneubau darstellt und dies in einem Gemeinschaftsprozess von Bauherren, Nachbarn, Bezirks- und Senatsvertretern sowie unabhängigen Experten realisiert wurde.

www.deadline.de

Fotos:

Matthew Griffin

(Erschienen in CUBE Berlin 01|21)

Nothing found.

Die Bienen

Haushaltsauflösung & Entrümpelung

Ein klares Statement

Test- und Innovationszentrum für den Motorsport mit aerodynamischer Architektur

Haus mit zwei Gesichtern

Drei schmale Satteldächer prägen ein Doppelhaus für zwei Parteien

Zwischen Produktion und Pause

Die neue Kantine auf dem HAKRO Campus

Nothing found.

17-Ramboll_Berlin_Lounge_B_copyrights_PLY_Atelier_foto_Anne_Deppe_15_700pixel

Ideen für nachhaltigen Wandel

Designkonzept und Raumgestaltung passgenau umgesetzt

Kissen-Terracotta-natr-scherenschnitt_15_700pixel

Besondere Erinnerungsstücke

Cornelia Bohnen entwirft Wohntextilien und Schmuck aus Scherenschnitten

Berlin Mitte, 9am

Im Frühstücksraum des Fraser Suites Hotel geht es atmosphärisch in den Tag

BLOOMGARDEN-Ebener-5634-2_46_700pixel

Ein Stück Umbaukultur

Weiterbauen heißt aus dem Bestand das Neue generieren

BRING-BERLIN-HOME-dining-scene-with-PROPELLER-lampshade_15_700pixel

Mathematik und Natur

Fundamental Berlin entwirft Möbel, Leuchten und Keramikserien.

FabianFreytag_620_102_15_700pixel

Vom Feinsten

Farbe en masse – ein Apartment wird bunt und schick

Der Sonne entgegen

Wie auf einem Problemgrundstück eine behütende Insel für Kinder entsteht