Ein Unikat mit Aussicht

Ein Domizil für zwei Familien, das nicht nur aufgrund seiner außergewöhnlichen Architektur Zeichen setzt.

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Wenn Bert Bielefeld und Isabella Skiba aus den bodentiefen Fenstern blicken oder in ihrem rund 350 m² großen Garten sitzen, offenbaren sich ihnen die Landmarken Dortmunds: der Florianturm, das Dortmunder U, die Schnettkerbrücke, das Stadion, die Hochhäuser der Innenstadt … Die Erinnerung an die ungewöhnliche Geschichte ihres Wohnhauses holt die Architekten dann bisweilen ein, auch weil das Interesse an diesem ungewöhnlichen Bau nach wie vor groß ist. Schließlich befindet sich der Garten in 12 m Höhe auf dem Dach eines ehemaligen Luftschutzbunkers am Tremoniapark, den sie während eines Spaziergangs entdeckten und dessen Besitzer sie, neugierig geworden, kontaktierten. Als Bert Bielefeld und Isabella Skiba schließlich das erste Mal auf dem blanken Betonkoloss standen, dauerte es nicht lange, bis das Kopfkino begann und sich erste Ideen Bahn brachen, die im Laufe der Zeit einige Meter Skizzenrollen füllen sollten. Gemeinsam entstand so ein Entwurf für ein Domizil für zwei Familien, das nicht nur aufgrund seiner außergewöhnlichen Architektur Zeichen setzt. Darüber hinaus ist das Objekt ein Prototyp dafür, dass eine Nachverdichtung auf bestehenden Bauwerken ohne nennenswerte Eingriffe und mit sehr geringem Verbrauch an Grundflächen möglich ist und neue Lebensräume und Retentionsflächen im urbanen Raum entstehen können.

Aufgrund der vielen Besonderheiten bestand sehr viel Abstimmungsbedarf mit den Fachämtern, da viele Dinge nicht nach Vorschriften für Neubauten zu realisieren waren und kreativer Lösungen bedurften. Das Architekturbüro bertbielefeld&partner nutzte für alle Versorgungen bestehende Öffnungen und musste daher kein einziges neues Loch in die 1,50 m dicken Decken und Wände des Bunkers bohren. Auch die Auskragung der oberen Geschosse musste gemeistert werden – bis zur Betonaushärtung wurde diese zunächst auf einer Gerüststruktur betoniert. Entstanden ist schließlich ein neuer überkragender Baukörper, der den Charakter des gealterten und mit Graffiti versehenen Betonwürfels bewusst erhält und diesen mit einem ebenso rauen und durch die Witterung alternden Material kontrastiert. Die Verbindung von Sichtbeton und Cortenstahl setzt sich auch im Innern fort, wobei sich der Cortenstahl hier in seiner ursprünglichen gewalzten Form für Brüstungen, Treppen und Verkleidungen wiederfindet. Sichtbeton, Stahl und geschliffener Estrich werden in Beziehung zu warmen Holzeinbauten und -fenstern gesetzt. Der Eingangs-, Wohn-, Küchen- und Essbereich fließen ineinander über, erhalten jedoch Zonierungen und Rückzugsbereiche. Über einen komplett verglasten Luftraum wird die offene Wohnebene entlang einer Sichtbetonwand mit dem privateren Obergeschoss verbunden. Alle Räume und Verkehrswege sind so angeordnet, dass stets ein direkter Blick in den Außenbereich ermöglicht wird und das Haus lichtdurchströmt und offen wirkt. Die zweite Wohneinheit hat eine großzügige Dachterrasse im Obergeschoss, an die auch der große Wohnraum mit einer offenen Fensterfläche grenzt.

Wohnfläche: 320 m² (beide Wohnungen)
Bauzeit: 2 Jahre
Bauweise: Massivbau
Energiekonzept: System mit Pufferspeicher. Im Sommer über Solarthermie, im Winter über einen wassergefüllten Kamin.

www.bertbielefeld.com

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 02|20)

Architekten:

bertbielefeld&partner
www.bertbielefeld.com

Rohbau:

Sprenker+Gravius
www.sprenker-gravius.de

Dach:

Caspar Köchling
www.caspar-koechling.de

Fenster:

Terhalle
www.terhalle.de

Cortenstahlfassade:

Bauschlosserei Rimkus
www.esborner-bauschlosserei.de

Faserzementfassade:

Meiko
www.zimmerei-meiko.de

Estrich:

Wille Fußboden
www.wille-fussbodenbau.de

Kamin:

Spartherm
www.spartherm.com

Ofenbauer:

Theissen Kamintechnik
www.theissen.de

Leuchten:

Artemide
www.artemide.com

Flos
www.flos.com

Fotos:

Christoph Lison

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