Aus kleinteilig wird großzügig

Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren wird ins Hier und Heute geholt

Der Umbau dieses Wohnhauses zeigt beispielhaft, wie sich ein räumlich und funktional problematischer Bestand aus dem Jahre 1975 in eine zeitgemäße, offene Wohnstruktur verwandeln lässt. Ursprünglich prägten ein niedriger, dunkler Eingangsbereich, ein ungünstig platziertes Treppenhaus am Rand, kleinteilige Innenräume und eine unbefriedigende Verbindung zum Garten das Bild. Auch das Obergeschoss bot kaum qualitätsvolle Räume – typische Herausforderungen eines 1970er-Jahre-Baus.

Die gewünschte grundlegende Neuorganisation entstand durch eine gemeinsame Planung von Architekt Sebastian Illichmann und Architektin Martina Hornek sowie unter Mitarbeit von Simon Jackson, die eine radikale Neupositionierung der Erschließung umsetzten. Zwei nun versetzte Treppenläufe schaffen ein zweigeschossiges, lichtdurchflutetes Entree, das den Charakter des Hauses grundlegend verändert. Von hier führt die erste Treppe in den zentralen Wohnraum, der offen mit der großzügigen Wohnküche verbunden ist. Beide Zonen orientieren sich mit breiten Fenstertüren zur Terrasse und in den Garten, wodurch erstmals eine klare Innen-Außen-Beziehung entsteht. Die zweite Treppe – zwischen zwei Wandscheiben eingefasst – führt ins Obergeschoss und markiert bewusst die Grenze zum privaten Bereich. Zwei Schlafräume öffnen sich mit französischen Fenstern zum straßenabgewandten Garten. Das Elternschlafzimmer erhielt einen völlig neu konstruierten, zurückgestaffelten Holzbau mit ostorientierter Terrasse. Dafür wurde der Dachstuhl angehoben und neu errichtet, während die Grundrisse des Bestands erhalten blieben. Konstruktiv stellte die geringe Leistungsreserve der Geschossdecken eine Herausforderung dar. Um die Kosten zu begrenzen, verzichtete das Planungsteam auf aufwendige Verstärkungen und Trockenestrichsysteme. Stattdessen kamen ein leichter Fußbodenaufbau aus Schaumbeton und ein nur fünf Zentimeter starker Spezial-Heizestrich zum Einsatz.

Die Heizung erfolgt heute über eine Luftwärmepumpe in Kombination mit Fußbodenheizung. Zudem erhielt der Massivbau eine Vollwärmeschutzfassade. Die Umsetzung des Projekts erfolgte nicht über einen Generalunternehmer, sondern durch Einzelgewerke. Ausschreibung, Vergabe und Bauüberwachung lagen vollständig beim Planungsteam. Eine verlängerte Planungsphase diente der Kostenreduktion, ermöglicht durch eine zweite Ausschreibungsrunde und gezielte Umplanungen, insbesondere bei den Außenanlagen.

www.illichmann-architecture.com
www.architektin-hornek.at

Fotos:
Kurt Kuball
www.kurtkuball.com

(Erschienen in CUBE Select 01|26)

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