Reduktion als Prinzip

Der Lichtdesigner Davide Groppi fasziniert mit minimalistischen, technisch ausgeklügelten Leuchten

Davide Groppi steht in der Welt des Lichtdesigns für klare Formensprache, technische Raffinesse und eine ganz eigene, zurückhaltende Ästhetik: Der italienische Designer entwirft Leuchten, die auf das Wesentliche reduziert sind – und gerade deshalb eine starke Wirkung entfalten. Minimalistisch, oft fast unsichtbar, integrieren sie sich in den Raum, statt ihn zu dominieren. Formen, Farben und Materialien sind auf ein Minimum reduziert. Ein Beispiel dafür ist die Leuchte „Infinito“, ein dünnes Lichtband, das quer durch den Raum gespannt werden kann – und wie ein architektonisches Element Akzente setzt. Es ist nicht dekorativ, sondern funktional gedacht, aber mit starker visueller Wirkung. Oder die „Nulla“ – übersetzt „Nichts“ – und so kommt sie auch daher: Nach einem Lampenschirm sucht man vergeblich: Das Licht tritt aus einer winzigen runden Öffnung aus der Decke heraus und erhellt Räume auf subtile Art: „Im Prinzip waren wir immer auf der Suche nach dem absoluten Licht, einem Licht, das aus der Ferne kommt, fast ohne Quelle“, erläutert der Designer aus Piacenza und ergänzt: „Jedes Mal, wenn wir Nulla betrachten, haben wir das Gefühl, dass wir es nicht besser machen können. Ihr einziges Ziel ist es, sich zu verstecken und dem, was sie beleuchtet, die ganze Aufmerksamkeit zu schenken.“

Bei manchen Leuchten kommt auch der verspielte, witzige Davide Groppi durch: Zum Beispiel bei seiner Race Of Lights Wandleuchte, eine elektrifizierte Carrerabahn, auf der Leuchtbirnen wie Autos beliebig platziert werden können. Und mit einer weiteren hat er den Traum der Menschen, den Mond ins Haus zu holen, erfüllt: Die Moon – eine einfache und zugleich geniale Idee, die im Jahr 2005 Gestalt angenommen hat und 20 Jahre später noch immer reine Magie ist. In seiner Manufaktur in Piacenza – die inklusive Lichterlebnis-Showroom zwei große Hallen im Industriegebiet füllt – wird sie zusammengefügt: In sorgfältiger Handarbeit wird auf die in Italien gefertigten Kunststoffkugeln – mit Durchmessern von 60 Zentimetern bis zu imposanten zwei Metern – japanisches Washi-Papier aufgebracht. Beleuchtet erinnert die strukturierte Oberfläche an die Kraterlandschaft des Mondes.

Die Groppi-Story begann übrigens Ende der 1980er in einem kleinen Laden im historischen Zentrum von Piacenza, einer italienische Kleinstadt nicht weit von Mailand: Hier startete Davide Groppi als junger Mann seine Karriere als Lichtdesigner – obwohl er, wie er erzählt, zunächst Mathematiker werden wollte. Doch Licht faszinierte ihn noch mehr – und aus einem kleinen Business wurde recht schnell etwas Größeres. Von Anfang an war er fasziniert von den Entwürfen des Münchners Ingo Maurer, er besuchte ihn in jungen Jahren mehrfach – und hatte auch ähnliche Ideen: Experimentelle Leuchten, teils aus recycelten Materialien. Mit der Zeit entwickelte er seinen ganz eigenen Stil – das „Architekturlicht“: Licht, das den Raum inszeniert, unterstützt, mal subtil und mal prägnant. In seiner Manufaktur arbeiten heute 80 Menschen – und der Blick hinein zeigt: Hier wird intensiv getüftelt und gearbeitet. Jeder hat sichtlich Freude an der Arbeit. Und wenn der Chef durchgeht, sind alle höchst erfreut, ihn zu sehen – seine ruhige, strukturierte Art in Kombination mit italienischer Lässigkeit und Freundlichkeit kommt an. Auch bei den Kunden weltweit: Im Laufe der Jahre ergaben sich immer mehr Aufträge für auf Design spezialisierte Architekturbüros, für Privatwohnungen und luxuriöse Residenzen. Aber auch Auftragswerke für Museen, Hotels, Geschäfte und (Sterne-)Restaurants füllen die Auftragsbücher des Italieners. Einige der weltweit bekanntesten Küchenchefs, darunter Albert Adrià oder Massimo Bottura und einige mehr, haben Beleuchtungskonzepte von Davide Groppi für ihre Lokale geordert. Hinter der scheinbar einfachen Optik aller seiner Leuchten steckt ausgeklügelte Technik. Moderne LED-Technologie, dimmbar, modular oder besonders platzsparend konstruiert.

Ein Besuch lohnt sich auch im neuen Store in München: Der „Spazio Esperienze“ am Unteren Anger 14, 80331 München, in Zusammenarbeit mit candela lighting hat seit Juni 2025 geöffnet und zeigt das spannende Universum der Groppi Lichtfamilie.

www.davidegroppi.com

 

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