Aus Lager wird Loft

Geglückte Umnutzung verbindet Nachhaltigkeit und modernes Wohngefühl

PIC03544-HDR_FINAL_15_700pixel

Wo heute ein schickes Loft einladenden Wohnraum bietet, befand sich ehemals ein als Obst- und Gemüselager genutztes Gebäude aus den 1960er-Jahren. Gewerblich war das Gebäude, das inmitten eines innerstädtischen Wohnblocks liegt, nicht mehr sinnvoll nutzbar. Ein neues Wohngebäude erlaubte das Baurecht nicht – wohl aber stimmte die Stadt einer Umnutzung zu.

Ein Glücksfall. Denn diese Umnutzung zum dringend benötigten Wohnraum, geplant von Seitz Architektur aus Aschaffenburg, ist in mehrfacher Hinsicht nachhaltig: Statt aus bereits eingesetzter grauer Energie Abfall zu machen wurde die Gebäudesubstanz des ehemaligen Obst- und Gemüselagers erhalten und einem anderen Lebenszyklus zugeführt. Die Architekten nutzten überdies den ökologischen und rückbaufähigen Baustoff Holz als Ausbaumaterial und reduzierten die Umweltbelastung auf ein geringstmögliches Maß durch den Einsatz von wenig, aber hocheffizienter Technik. Außerdem wurde die ehemals asphaltierte Hoffläche vollständig entsiegelt und zum Garten des neuen Wohnhauses umfunktioniert.

Um die gesamte Halle wieder erlebbar zu machen, haben die Architekten zunächst die Einbauten aus der ehemaligen Nutzung zurückgebaut. Drei frei in die Halle gestellte, in sich verschachtelte Boxen gliedern den Raum und nehmen die Funktionen Garderobe, Schlafen, Bad und Küche auf. Die Schlafzimmerbox aus Birke-Multiplexplatten spannt sich als Alkoven schützend über das Bett, bietet Stauraum und eine Sitznische in der Garderobe. In die blau lackierte Badezimmerbox sind Nischen für das WC, die Dusche und der begehbare Kleiderschrank eingebaut. Die Küchenbox mit ihrer grau beschichteten Oberfläche bietet viel Stauraum und beherbergt alle Funktionen, die sich die kochfreudigen Bewohnerinnen wünschen. Selbst an eine kleine Nische am Eingang mit Schlüsselablage und Handyladestation haben die Architekten gedacht.

Für eine angemessene Eingangssituation und mehr Tageslicht im Zentrum des Gebäudes sorgt eine vierte Box: Sie durchstößt die Fassade und leitet mit ihrer mattierten Verglasung Licht in den großzügigen Wohnraum, der sich auf der Fläche vor den Boxen befindet. Eine weitere Lichtquelle ist die bodentiefe Glasfassade. Hierfür wurde eine ehemals geschlossene Wand geöffnet und verglast. Und wo sich ehemals die Laderampe des Obst- und Gemüselagers befand, ist nun eine ganzjährig nutzbare überdachte Terrasse. Die Gebäudehülle wurde gedämmt und die Heiztechnik erneuert, sodass das Gebäude nahezu den Energiestandard eines Neubaus erreicht. Der Keller dient dabei als thermischer Puffer. Das große Raumvolumen erlaubt es, auf eine Lüftungsanlage zu verzichten.

www.seitzarchitektur.de

Fotos:

Christopher Pfenning

(Erschienen in CUBE Frankfurt 01|22)

Architekten:

Seitz Architektur
www.seitzarchitektur.de

Leuchten:

Belux
www.belux.com

Fenster:

Fensterbau Nätscher
www.naetscher-fensterbau.de

Schalter, KNX, Homeserver:

Jung
www.jung.de

Küche, Küchentechnik:

Eggersmann
www.eggersmann.com

HK Küchen Hahn & Kreis
www.kuechen-hk.de

Armaturen:

Herzbach
www.herzbach.com

Sanitärkeramik:

Victoria+Albert
www.vandabaths.com

Nothing found.

Hundert Jahre wie weggewischt

Sanierung und Modernisierung eines Siedlungshauses trotz strenger Auflagen

Einen Ort wiederbelebt

Revitalisierung der alten Dampfschreinerei schafft Coworking-Spaces und neuen Treffpunkt im Quartier

Historie trifft Kulinarik

Ein besonderer Ort in der Speicherstadt entfaltet eine einzigartige Atmosphäre

Atmosphärischer Monolith mit Annex

Ein Wohnhaus verbindet sich über ein Terrassenplateau zu einem Ensemble

Nothing found.

19_3063_15_700pixel

Wohnen in vier Volumen

Großzügige Villa mit außergewöhnlichem Grundriss und ohne rechte Winkel

Haltung & Ordnung

Medizinisches Forschungszentrum schafft Strukturen, die sich an Prozesse der Nutzenden anpassen

DSC_1148-copy_19_700pixel

Raum für Schmuck

Goldschmiede in Mainz vereint Altstadtflair und zeitgemäße Handwerkspräsentation

_DSC9466_15_700pixel

Vorfeld im Blick

Die Architekten betonen mit ihrer Material- und Farbzusammenstellung die klaren Linien bei der Akzente setzenden, aber nicht überladenen…

_DSC6999_Su-dtangente_19_700pixel

Behutsam abgesetzt

Wohnhäuser in Idstein schaffen Raum für Wohnkomfort und Privatsphäre

Historisch & modern

Sanierung und Erweiterung des Crespo Hauses interpretiert ein Stück Frankfurt neu

Architektur wird Instrument

Aufstockung in Holzbauweise ergänzt bestehendes Ensemble ohne zu dominieren