Eingebettet anders

Einfamilienhaus setzt sich mit Bezug zur Umgebung von dieser ab

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Dass in typischen Neubaugebieten auch anders gebaut werden kann als allgemein üblich, zeigt das dunkelgraue Haus, das das Architektenpaar Nina und Michael Bohl für sich geplant hat. „Wir wollten uns mit dem Entwurf nicht bewusst absetzen, aber trotzdem zeigen, dass man auch anders bauen kann – dass Architektur auch gewagter sein kann, ohne damit zu provozieren“, erläutert Michael Bohl. Zudem sollte ein durchdachtes Haus entstehen, das aussagekräftig erscheint, skulptural wirkt, aber sich dennoch in seinen Details sehr zurücknehmen kann.“

Die Idee zur eher dunkelgrauen als wirklich schwarzen Fassade entstand teilweise aus ästhetischen Gründen, aber auch als Referenz an die Nachbarschaft. „Alle Häuser in der Umgebung haben dunkelgraue Dächer. Das Haus kann somit hervortreten, aber auch – eingebettet in eine dunkelgraue Dachlandschaft – in den Hintergrund rücken“, so Bohl. Die Bauhöhe war allerdings durch den Bebauungsplan an der Traufseite begrenzt. Um zwei Vollgeschosse zu planen, mussten sich die Architekten etwas einfallen lassen: Eine möglichst kompakt geplante Geschossdecke mit sichtbarer Unterschicht und nur sehr geringem Fußbodenaufbau war die Lösung. Für ihr Bauprojekt hatte sich das Architektenpaar noch eine weitere Aufgabe gestellt. Sie hatten bewusst nach einem Grundstück mit besonderen Merkmalen gesucht: klein, sehr schmal oder dreieckig. Und sie fanden es. Durch das längliche, sehr schmale Grundstück entstand auch ein länglicher Grundriss. Und durch die Reduzierung der Details ein klarer scharfkantiger Körper.

Die Räume im Inneren wirken licht und hell. Dass das Haus gut belichtet werden kann, war beiden wichtig; wichtiger als viele künstliche Lichtquellen oder gar ein Smart Home. Die Innenräume sollten zudem gut funktionieren und den Bezug zum Außenraum nie verlieren. Großzügige Fenster und Glasschiebeelemente sorgen für Helligkeit und schaffen mit den angrenzenden Holzterrassen einen fließenden Übergang von innen nach außen.

Vor allem aus ökologischen Gründen ist das Haus komplett in Holzrahmenbauweise ausgeführt worden. Die Fassade besteht passend dazu aus heimischer Lärche. Die Dämmung des Hauses ist komplett mineralisch. Der Fußboden im Erdgeschoss aus gespachteltem Zementestrich verbreitet etwas industriellen Charme, im Obergeschoss sorgen Lärchendielen für einen lebendigen Charakter: „Das Haus macht Geräusche, es lebt“, so die Architektin Nina Bohl.

Wohnfläche: 140 m² + Terrassen 38 m²
Grundstücksgröße: 650 m²
Bauzeit: Dezember 2018 – Oktober 2019
Bauweise: Holzrahmenbau
Energiekonzept: Brennstoffzelle mit Stromproduktion für den Eigenbedarf, EnEV-Anforderungen sehr gut erfüllt durch Wand- und Dachaufbau

Fotos:

Nina und Michael Bohl

(Erschienen in CUBE Frankfurt 02|21)

Architekten:

Nina und Michael Bohl

Zimmerer:  

Zimmermeister und Restaurator Dirk Marx
www.zimmermeister-marx.de

Fenster:

Bau- und Möbelschreinerei Bernhard Kann
www.kann-edertal.de

Bodenbelag:

Buss Parkett Parkettlegermeister
www.buss-parkett.de

Stahlbau:

Mielke Metallbau
www.mielke-metallbau.de

Elektro:

Elektro Engelhard
www.elektro-engelhard.de

Heizung, Sanitär:

Floerke Haustechnik
www.floerke-haustechnik.de

Leuchten außen:

Bega
www.bega.com

Heizung:

Viessmann
www.viessmann.de

Schalter:

Gira
www.gira.de

Armaturen:

Hansgrohe
www.hansgrohe.de

Badobjekte:

Bernstein Badshop
www.bernstein-badshop.de

Fassadenfarbe:

Keimfarben
www.keim.com

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