Ménage à trois

Aus eins mach drei: Ein Bauernhof wird zum dreifachen Wohnhaus

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Ein „hinfälliges“ Bauerngehöft in Marquartstein im schönen Chiemgau bedurfte einer dringenden Verjüngung. Das Original stammt aus dem Jahr 1909, die „Neufassung“ mit Umbau und Sanierung entstand von 2016 bis 2019. Ein Dreiteiler wurde zum Dreiklang – zur „Ménage à trois“: Das ursprüngliche Hofensemble bestand aus dem Bauernhaus, einer Tenne und dem Nebenhaus. Sie wurden verwandelt in drei individuelle, eigenständige Wohneinheiten.

„Altes bewahren und Neues hinzufügen“ war das Motto. Im Bauernhaus, welches den größten Teil des 3.500 m² umfassenden Grundstücks ausmacht, wurde nach Möglichkeit versucht, den ursprünglichen Charakter der Bausubstanz zu erhalten – so wurden der Kalkputz und die Fichtendielen neu aufbereitet sowie die Bruchsteinwand in der Küche freigelegt. „Die bewusste Schlichtheit der Räume und der Lichteinfall strahlen eine fast klösterliche Ruhe aus und lassen die Vergangenheit des Hauses spüren“, freut sich das Team von Buero Philipp Moeller aus München, das mit der Sanierung und dem Umbau beauftragt war.
Der Erhalt des ursprünglichen Erscheinungsbildes des Haupthauses unterliegt dem Gebot der landestypischen Bauweise. In diesem Fall ging dies sogar so weit, dass man die schiefen Türstöcke, den Dielenboden aus Kiefernholz und die alten Fenster erhalten hat. Bestandsschutz vor radikaler Modernisierung war die Devise – was man nur sympathisch finden kann. Im zweiten Gebäudeteil, der Tenne, wurde statt des Betonbodens ein geschliffener Estrich eingebracht. Die Innenwände wurden mit einer Holzschalung versehen, um ebenfalls den ursprünglichen Charakter als Stadel zu betonen.

Der Innenraum ist loftartig belassen. Eine offene Stahltreppe führt zu der Galerie im Obergeschoss. In die ehemals geschlossene Seitenfront wurden großzügige Fenster eingefügt, die den Blick auf die Burg Marquartstein freigeben. Auch im Nebenhaus wurde der Blick in die Landschaft durch Fenster erschlossen. Man hat einen traumhaften Blick auf die Chiemgauer Alpen. Das Gehöft liegt etwas außerhalb des Ortes und ist von keiner Seite umbaut. Insgesamt wurde Wohnraum für drei Parteien geschaffen. Alle Innenausbauten wie Bäder, Kamine und Öfen sowie die Küchen und deren Einbauten sind neu. Eine zeitgemäße Heizung gibt es freilich zudem – ein Mix aus Flüssiggas-Brennern für die Fußbodenheizung im Waschhaus oder einer Wandheizung im Bauernhaus und in der Tenne.

www.bueropm.com

(Erschienen in CUBE München 04|20)

Architekten:

Buero Philipp Moeller
www.bueropm.com

Elektro:

Elektrotechnik Lindlacher
www.elektrotechnik-lindlacher.de

Zimmerei:

Zimmerei Gramelsberger
Telefon: 08642 5040

Schreiner/Ausbau (Küche):

Schreinerei – Planungsbüro Stefan Barhainski
www.holzkunststueck.de

Estrich:

Bigler Sichtestrich
www.bigler-sichtestrich.de

Sanitärkeramik:

Keramag
www.geberit.de

Armaturen:

Steinberg
www.steinberg-armaturen.de

Fotos:

Benjamin Antony Monn
www.benjamin-antony-monn.com

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