Wohnen im Wald

Am Tiroler Damm entstanden von 2015 bis 2019 fünf Wohnhäuser mit insgesamt 95 Wohnungen.

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Das Neubauprojekt Tiroler Damm 16 A–E liegt in einer bevorzugten und ruhigen Wohnlage im Süden Potsdams in der Waldstadt 1. Hierbei handelt es sich um eines der ältesten sogenannten „Potsdamer Neubaugebiete“. Die Waldstadt 1 wurde ab Ende der 1950er-Jahre in einem Waldabschnitt an der Potsdamer Stadtgrenze errichtet und das Wohngebiet ist geprägt durch seine Großblockbauweise. Neben mehrstöckigen Wohnhäusern sind idyllische Kleingärten und moderne Reihen- sowie Siedlerhäuser zu finden. Charakteristisch für die Waldstadt 1 ist der alte Baumbestand sowie die Nähe zum Wald.

Am Tiroler Damm entstanden nun auf einem Grundstück von knapp 11.000 m² von 2015 bis 2019 fünf Wohnhäuser mit insgesamt 95 Wohnungen. Das Konzept sah vor, 75 Prozent der Wohnungen Mietern mit geringem Einkommen zur Verfügung zu stellen. Diese sozial verträgliche Stadtentwicklung war ein wesentlicher Aspekt bei der Schaffung von neuem Wohnraum. Galandi Schirmer Architekten + Ingenieure entwarfen die Wohnanlage im Auftrag von ProPotsdam, die mit ihren elf Tochtergesellschaften als größtes Wohnungsunternehmen der Landeshauptstadt Potsdam und Dienstleister in den Bereichen Stadtsanierung, Stadtentwicklung, Wohnungsbau und Wohnfürsorge tätig ist.

Fünf typengleiche fünfgeschossige Vierspänner ohne Höhenstaffelung sind so auf dem Baugrund angeordnet, dass die Wohnhäuser sich nicht gegenseitig verschatten. Sie sind in Massivbauweise mit Stahlbeton- und Mauerwerkswänden in den Geschossen errichtet. Haus 1 und 2 bilden den Auftakt der Wohnanlage und stehen orthogonal zu den bestehenden Wohnhäusern der Nachbarschaft. Haus 3, 4 und 5 sind winklig verdreht zueinander angeordnet. Die Wohnungsgrößen liegen zwischen 40 und 85 m² bei anderthalb bis vier Zimmern. Alle Wohnungen sind per Aufzug barrierefrei erreichbar und verfügen über einen Balkon. Zwar musste, um im Kostenrahmen des geförderten Wohnungsbaus zu bleiben, auf eine einfache Bauweise gesetzt werden, jedoch wurde durch die geschickte Anordnung der fünf Häuser und vor allem durch die versetzt angebrachten gelben Balkone eine aufgelockerte und virtuose optische Wirkung erzielt, die der Gesamt­an­lage ein heiteres Erscheinungsbild verleiht. Die Wohnungen liegen grundsätzlich über Eck, sodass jeweils zwei Himmelsrichtungen Licht spenden. Die Balkone sind weitgehend an den Gebäudeecken positioniert und gewähren somit Privatheit. Durch den Erhalt des alten Baumbestandes und die Positionierung der Gebäude zueinander wurde eine größtmögliche Aufenthaltsqualität in der Freianlage erreicht und das Leitbild „Wohnen im Wald“ umgesetzt.

www.gsai.de

Fotos:

Andreas Muhs
www.muhs.de

(Erschienen in CUBE Berlin 02|20)

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