Hans Georg Esch – der architektonische Blick

Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst ab 11. Juni


Die Architekturen der Welt sind seine Motive: Hans Georg Esch (*1964) arbeitet seit rund 40 Jahren gleichermaßen als Auftragsfotograf sowie künstlerisch autonom. Eine umfassende Auswahl seines Werkes zeigt das Museum für Angewandte Kunst (MAKK) vom 11. Juni bis zum 27. September Vertreten sind großformatige Masterpieces und seriell angelegte Bildstrecken, die epochenübergreifend das globale Phänomen der Architektur und deren zeitgenössische Relevanz thematisieren. „Die gebaute Welt ist mein Motivsteinbruch. Ich fotografiere die Zeugnisse unserer Kultur. Meine Bilder zeigen die von Architekt*innen erbaute Welt, wie sie sich mir zeigt.“ Hans Georg Esch Der architektonische Blick · epochal – global ist die bis dato umfassendste Museumsausstellung des in Hennef-Stadt Blankenberg beheimateten und weltweit tätigen Architekturfotografen Hans Georg Esch. Die von Raimund Stecker kuratierte Ausstellung im MAKK Museum für Angewandte Kunst Köln ist dialogisch angelegt. „Architektonische Parallelitäten in den Motiven treten in der Schau in einen spannenden Dialog“, so Hans Georg Esch. „Der Kölner Dom etwa triWt auf das New Yorker Chrysler Building, archaische Lehmbauten im Jemen auf Wohnblöcke in chinesischen Mega- Metropolen.“ Die Schau pendelt zum einen epochal zwischen den Bildern der mehr als 2000 Jahre alten Architekturen und urbanen Strukturen Pompejis und den Formen des noch in Bau befindlichen Bahnhofs Stuttgart 21. Sie umspannt aber gleichermaßen auch den globalen Radius von Lappland bis Sydney oder Beijing, wobei sich Köln und die Rhein-Ruhr-Region sowie Deutschland insgesamt als das Zentrum behaupten. Doch nicht nur zwischen Epochen und Kontinenten wird mit dieser Ausstellung ein Dialog initiiert. Ebenso bringt sie die Spannung zwischen dokumentierenden Auftragsarbeiten und freien künstlerischen Fotos in Einklang.

Die aktuelle Ausstellung ist nach „Hans Georg Esch · Der architektonische Blick I· Pompeji“ (2024) und „Hans Georg Esch · Der architektonische Blick II· Böhm in Böhm“ (2025) das dritte Projekt über den „architektonischen Blick“ des Fotografen. Es zeigt erneut, wie durch sein tiefes Einfühlungsvermögen in die jeweiligen architektonischen und urbanen Gegebenheiten Bilder entstehen, die das gewohnt nur Dokumentarische der Architekturfotografie durch sein auch subjektiv fokussierendes Auge überhöhen. Gebäude, Entwurfsdetails, urbane Architekturräume und Panoramen wandeln sich durch Eschs persönlichen „architektonischen Blick“ zu ikonischen Motiven, unabhängig von ihrem kulturellen und geografischen Kontext. Die berühmte These der Pop Art, dass erst das Foto unser Bild vom Objekt bestimmt, wird so durch Eschs Fotografien mehr als augenfällig bestätigt: Architektur wird entworfen und gebaut, Ikonen werden gebildet. „Mein Ziel ist es stets, Bilder zu machen, die ungesehen sind,“ so Hans Georg Esch. „Mich interessiert nicht die rein sachliche Dokumentation von Gebäuden. Mit meinem architektonischen Blick möchte ich überraschen – nicht nur die Architekt*innen als Entwurfsverfasser, sondern jeden Betrachter.“ Auch analoge Polaroids von Hans Georg Eschs Reisen durch die Welt sind Teil der Ausstellung. Heute, in den Zeiten unendlich möglicher Reproduktionen, sind sie gleichsam die letzten fotografischen Unikate. Dem gegenüber zeigen aktuellste Drohnenfotografien – etwa aus Pompeji oder vom neu illuminierten Kölner Dom – Meilensteine dieser zeitgenössischen Technologie der nahezu subversiven Observation. „Die Drohne ist heute nicht mehr wegzudenkendes Werkzeug der Architekturfotografie,“ so Hans Georg Esch. „Sie dient uns sozusagen als Luftstativ und ermöglicht Perspektiven, die früher den Vögeln vorbehalten waren.“ Die Drohne unterstützt den Künstler in seinem Anspruch, nie gesehene Motive zu realisieren. „So haben wir etwa das menschenleere Pompeji aus der Luft fotografiert und damit die Stadtstruktur ganz neu sichtbar gemacht.“ Ob analoges Polaroid oder Digitalfoto, ob kleines 30 x 33 cm-Format oder acht Meter breites Panoramabild, ob Schwarz-weiß-Abzug oder Farbdruck: Einig ist allen rund 130 Exponaten in der Schau ihre starke visuelle Kraft, die den Betrachter in den Bann zieht.

www.hgesch.de

Weitere News


Einfach gebaut!

Ausstellung über die Laubenganghäuser in Dessau-Törten

CONVIVIUM: Nahrungssysteme am Limit

Ausstellung im Architekturmuseum der TUM

Brücken und mehr

Fotoausstellung im Baukunstarchiv NRW

Select Language