In mehreren Schritten zum Ziel
Ein Haus aus den 1970er-Jahren wird zukunftsfähig gemacht
Ein Ehepaar aus Bochum, das nach einem beruflich bedingten Aufenthalt in der Schweiz in seine Heimat zurückkehrte, entschied, sein Wohnhaus in einer ruhigen Sackgasse zu modernisieren. Mit der Planung beauftragte es Typ A. Architektenteam, auf die sie durch ein Bauprojekt ganz in der Nähe aufmerksam geworden waren.
Die Häuser in der ruhigen Anliegerstraße stammen aus den 1970er-Jahren und sind durch den typischen ein- bis eineinhalbgeschossigen Bungalowstil dieser Zeit geprägt. Aufgrund der Hanglage liegt der Hauseingang im eingeschossigen Bereich. Talseitig erweitert sich das Gebäude zu einem offenen Untergeschoss mit integrierten Garagen. Die Baumaßnahme erfolgte in zwei Etappen. Den Anfang machte 2024 der Umbau des Innenbereichs. 2025 wurde dann die energetische Modernisierung vorgenommen, bei der das Dach und die Fassade innerhalb von zwei Monaten ertüchtigt wurden. Durch ein Wärmedämmverbundsystem konnten nicht nur die Heizkosten gesenkt werden, die Fassade erhielt zugleich eine neue, moderne Anmutung. Der beige Anstrich wird dabei durch eine Verkleidung aus Lärchenholz im Bereich der Garagen ergänzt. Ein gepflegter Vorgarten mit großzügiger Eingangstreppe führt ins Innere des Hauses. Die Fenster wurden bereits in der ersten Umbauphase erneuert und als Holz-Alu-Fenster ausgeführt. Die Vorteile: Aluminium sorgt für eine moderne Ausstrahlung und ist witterungsbeständig. Gleichzeitig bringen Kiefernholzrahmen im Innenraum Wärme in die Räume. Die sichtbare Betondecke, deren Schalungsbild ablesbar ist, bildet wiederum einen Kontrast. Das Material korrespondiert mit dem gespachtelten Boden aus Epoxidharz. Auch die ursprüngliche Aufteilung der 230 m² großen Wohnfläche entsprach nicht mehr den Vorstellungen der Auftraggeber. Sie wünschten sich einen offeneren Grundriss, jedoch ohne tiefgreifende Eingriffe in die bestehende Struktur. Tatsächlich erbrachten einige wenige Öffnungen der Wände die gewünschte Wirkung. Vom offenen Wohnraum, der dank bodentiefer Fenster von viel natürlichem Licht durchflutet wird, gelangt man auf die überdachte Terrasse und in den gepflegten Garten des rund 550 m² großen Grundstücks. In der Küche beschränkten sich die baulichen Maßnahmen im Wesentlichen auf die Neuverlegung der Anschlüsse für Frisch- und Abwasser sowie der Gasleitung zum Kochfeld. In die dunkle Einbautenwand sind nicht nur Backofen und Kühlschrank integriert. Eine bündig eingelassene und in identischer Oberfläche und Farbe gefertigte und daher kaum wahrnehmbare Tür führt zu einem Abstellraum. Zum Eingang hin verbirgt sich dort die Garderobe, aber auch die Technik für die bestehende Fußbodenheizung. Viel Liebe steckt im Detail. So etwa beim Sitzfenster, das etwas abgesenkt wurde, um den Blick auf eine von zwei Terrassen zu inszenieren. Die bereits 2020 sanierten Bäder blieben von den aktuellen Maßnahmen bewusst unberührt. Aktuell wird das Gebäude mit Öl beheizt. In einem dritten Bauabschnitt, der in ein bis zwei Jahren geplant ist, soll die Energieversorgung auf eine Wärmepumpe umgestellt werden. Ergänzend ist eine Photovoltaikanlage auf einer Dachfläche geplant, während die andere Hälfte als Gründach ausgeführt werden soll – zur Verbesserung des Mikroklimas und als insektenfreundlicher Beitrag zur Biodiversität. „Die Vorgehensweise bei diesem Haus macht deutlich, dass eine Modernisierung und energetische Sanierung bei guter Planung auch in mehreren Schritten und mit Rücksicht auf das verfügbare Budget der Bauherrenschaft erfolgen kann“, erläutert Architekt Ole Wetterich.
Fotos:
Jannis Wiebusch
(Published in CUBE Ruhrgebiet 02|26)
