Harmonisch im Grünen
Ein großzügiges Wohnhaus besticht durch ausgewogene Proportionen und viele reizvolle Gartenausblicke
Allein der Vorgarten mit seiner üppig blühenden Hortensienpracht zieht alle Blicke auf sich – und gibt Architekt Morten Schrötgens einen willkommenen Grund, das Haus auch nach dessen Fertigstellung gelegentlich zu besuchen. Zusammen mit der Fassade, die im Erdgeschoss spannungsvoll durch den Kontrast von horizontal laufenden Klinkerriemchen und vertikalen Metalllamellen geprägt ist, entsteht so ein besonders harmonisches Zusammenspiel von Architektur und Garten, das die verkehrsberuhigte Wohnstraße optisch bereichert. Aber auch im Inneren beeindruckt das Domizil, das schrötgens architekten aus Mönchengladbach für die vierköpfige Familie entworfen und realisiert haben, durch viel Tageslicht und Transparenz sowie eine hochwertige Gestaltung.
Das Haus präsentiert sich zur Straße selbstbewusst mit seinem Staffelgeschoss. Die Eingangsfront bildet dabei nahezu eine Linie mit der Doppelgarage, die geschickt in die Kubatur integriert wurde. Ihr Sektionaltor setzt die Farb- und Materialführung mit anthrazitfarbenen Metalllamellen fort und schafft einen durchgehenden Kontrast zum hellgrauen Klinkersockel des Gebäudes sowie dem darüberliegenden, weiß verputzten Staffelgeschoss. Durch eine niedrig gehaltene Brüstung und eine ausbalancierte Anordnung der Fensterbänder konnten die Architekten das Obergeschoss in den Proportionen besonders schlank und zurückhaltend ausbilden. Bereits im Entrée offenbart sich das großzügige Raumgefühl des Hauses, das durch die Raumhöhe durch einen Deckenversprung zusätzlich erhöht wird. Zur Straße liegen der Hauswirtschaftsraum und ein Arbeitszimmer mit Eckfenster und grünem Ausblick auf den Vorgarten, während die Mittelzone die geradläufige Holztreppe aufnimmt. Die ersten drei Stufen bleiben dabei freigestellt – eine Geste, die einerseits den Raum vergrößert, andererseits aber auch dazu einlädt, der Treppe nach oben zu folgen. Gartenseitig schließen Küche und Essplatz unmittelbar aneinander an und ermöglichen der Familie so ein offenes Wohnen. Ein gemeinsames Frühstück an der Kücheninsel ist genauso möglich wie ein Abendessen am großzügigen Essplatz oder unter dem überdachten Freisitz, der sich zum Garten hin über Schiebetürfronten erreichen lässt. In gleicher Linie schließt sich das Wohnzimmer an – leicht separiert durch den in den Raum orientierten, dreiseitig verglasten Kamin, der als besonderer Blickfang des Erdgeschosses von verschiedenen Punkten ins Auge fällt. Die Wohnräume zeichnen sich durch wenige, bewusst miteinander kombinierte Materialien aus, die handwerklich perfekt ausgeführt wurden: Ein aufwändiges Wal-Fischgrätparkett in Eiche sowie schlichtes weißes Einbaumobiliar mit Eichenholz-Akzenten und Acrylharz-Oberflächen schaffen eine ruhige Klangfarbe in der Innenarchitektur und unterlegen dezent die Ausblicke in den Garten.
www.schroetgens-architekten.de
Wohnfläche: 215 m²
Grundstücksgröße: 750 m²
Bauzeit: 12 Monate
Bauweise: Massivbau
Energiekonzept: Wärmepumpe mit PV-Anlage
Photography:
Constantin Meyer
www.constantin-meyer.de
(Published in CUBE Düsseldorf 01|26)